Morgen Abend ist Pessach und eigentlich habe ich immer gedacht, dass wir Juden nur christliches Blut trinken. Aber nein, ein paar palästinensische Studenten müssen der Welt und sich selbst beweisen, dass auch moslemisches Blut gut genug für die bösen, durchtriebenen Juden ist. So spielen sie in einem Theaterstück ein paar blutrünstige Juden nach, die nach moslemischem Blut lechzen.

Das Video kommt zu einer Zeit, da Juden immer wieder beschuldigt worden sind christliche Kinder für das Backen von Matzen umgebracht zu haben. Es reichte ein Fingerzeig und der vermeintlich jüdische Täter konnte sein Leben verlieren. Ritualmordlegenden waren im gesamten Europa verbreitet, speisten sich jedoch aus der christlichen Theologie, die dem Blut eine besondere Rolle zuweist. So ist es das Blut Jesu, welches Sünden vergibt und reinwäscht.

Auf den Juden projiziert, müsste es demzufolge ebenso seligmachend sein. Man trinkt Blut unschuldiger, christlicher Knaben und wäscht sich somit rein von der Sünde. Zwar fehlt dem Judentum eine solche Vorstellung vollends, doch dem christlichen Antisemiten ist das egal. Er projiziert geschickt seine eigenen stereotypen Vorstellung auf das Objekte seines Hasses.

An anderer Stelle wurden Juden fast magische Kräfte bescheinigt, so sollten diese Opladen dazu verwandt haben, um den bereits durch die Gottesmörder gekreuzigten Jesus nochmals Leid zuzufügen.

Juden waren stets schnell greifbare Hassobjekte, so auch in der Ukraine, wo unter religiös angehauchten Vorwänden immer wieder Pogrome und Plünderungen durchgeführt worden sind.

Mit der Zeit des Kommunismus bewiesen Antisemiten, dass sie keine Religion brauchen, um ihren Judenhass auszuleben. Waren es gestern noch Gottesmörder, so beschuldigte man Juden nun der Kollaboration mit der Sowjetmacht. Für den Judenhasser waren das alles Bolschewiki, die es zu bekämpfen galt. So starben während eines Progroms in Proskurov (Chmelnitzkij) innerhalb eines Tages rund 1500 Menschen.

Schließlach war die ukrainische Bevölkerung und andere Gruppen für die Bolschewiki schnell greifbar, um etwa Exempel zu statuieren. Umgekehrt war der Feind jedoch nicht leicht zu fassen, so griff man auf den bewährten “Jid”.

Als sich der Kommunismus etablierte wandelte sich das Feindbild Jude erneut, nun war er nicht mehr Kommunist, sondern der böse Kapitalist, den es zu Geld und Zion zieht.

Es wundert also nicht, dass der Islam alte christliche Feindbilder für sich vereinnahmt.