…unser täglich Blog gib uns heute!
Vor einigen Tagen habe ich auf die Arte-Sendung “So isst die Welt” von Christoph Weber und Johannes Backes hingewiesen, darin sollte es diesmal um ein im Nahen Osten weit verbreitetes Gericht gehen, um die Falafel. Um frittierte Kichererbsen-Bällchen also.
Soweit so gut, die Sendung fing interessant an, viele spannende Aspekte wurden beleuchtet und trotzdem wurde ein harmloser Film zum Schauplatz eines schamlosen Israel-Bashings. Ein arabischer Falafel-Buddenbesitzer warf den Israelis unverhohlen vor die palästinensische Kultur zu stehlen, da diese die Falafel zu ihrem Nationalgericht erklärt hätten.
Geht das eigentlich noch dämlicher? Eine Pflanze, die seit biblischen Zeiten in der Region gegessen wird und nachweisbar von Kopten ähnlich zubereitet worden ist, wie die Falafel heute, soll von den Israelis gestohlen worden sein, um die arabische Kultur zu zerstören? Die Dämonisierung Israels hat also die arabischen Küchen erreicht, anders als im Film nahegelegt wird, haben die Israelis kein Problem damit, wenn auch andere Länder die Falafel als ihr Nationalgericht betrachten, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Schließlich haben Juden und Araber die Region seit tausenden von Jahren gemeinsam besiedelt, lebten Tür an Tür. So verwundert es kaum, dass die vielfältige Küche Israels neben der Falafel und dem Humus, auch viele Spezialitäten aus Ost-Europa aufzuweisen hat. Dass Russen den Juden vorwerfen würden, sie hätten ihnen den Karpfen gestohlen wäre lächerlich.
Doch der Araber fährt fort und erinnert sich, wie er in Bagdad eine leckere Falafel gegessen hatte. Bitte, Bagdad? Der Mann ist aufgewachsen im Irak, lebt heute in New York und wirft den Israelis vor die palästinensische Kultur zerstören zu wollen. Welche palästinensische Kultur hat er kennen gelernt, muss man sich ernsthaft fragen. Die Falafel als israelisch zu bezeichnen, wäre als würde man die Sonne mit einer Hand verdecken, sie wäre immer noch da, sagt er vollen ernstes in die Kamera. Wie lächerlich kann sich ein erwachsener Mann eigentlich noch machen? Warum ist es nicht möglich stolz darauf zu sein, dass ein “Arme-Leute Essen” es geschafft hat in vielen Ländern der Welt zum Nationalgericht zu werden?
Nicht die Fronten sind verhärtet, sondern die arabische Seele ist gekränkt, denn Juden wagen es – anders als von Dhimmis eigentlich zu erwarten wäre – ein arabisches Gericht nicht nur selbst zu verspeisen, sondern es auch zu verkaufen.
In Tel-Aviv schmeckt die Falafel übrigens ausgezeichnet.
Die Sendung kann noch rund sieben Tage auf Arte.de abgerufen werden. Leckere Falafel Rezepte gibt es im Internet zu genüge. Die Zubereitung ist mehr als einfach. Guten Appetit, beim “Mord” der arabischen Kultur.