Geht es um die Integrität der israelischen Streitkräften, so sind deutsche Medien schnell bereit Ungeprüftes zu veröffentlichen. So geschehen, nach dem Gaza-Konflikt. Die israelische Organisation “Das Schweigen Brechen” wirft Israel Menschenrechtsverletzungen vor und beruft sich dabei auf Soldaten.

Nur 24 Stunden nachdem der Bericht dem Verteidigungsministerium zugegangen ist, wurde dieser auch den Medien zugespielt. Israel stand also unmittelbar in der Kritik, ohne jedoch auf die Vorwürfe angemessen reagieren zu können. Die meisten Zeitungen übernahmen unreflektiert die Vorwürfe des Berichts und verschärften die Situation und damit den Druck auf Israel.

Dabei sind die im Bericht gemacht Vorwürfe nicht zu prüfen, denn wichtige Angaben fehlen. Die israelische Botschaft in Berlin veröffentlicht hierzu ein Papier:

“1. Der Bericht, der den Israelischen Verteidigungsstreitkräften weniger als 24 Stunden vor seiner Veröffentlichung zuging, basiert auf Zeugenaussagen, die entscheidende Identifizierungsmerkmale vermissen lassen:

a. Die herangezogenen Zeugen wurden in keiner Weise identifiziert, noch nicht einmal durch Initialen, so wie es in den Medien normalerweise bei anonymen Zitaten üblich ist.

b. Weder der militärische Rang noch die Position zur Zeit der behaupteten Vorfälle werden genannt.

c. Weder die Einheit noch die Art der Einheit (regulär, Reservisten) werden genannt.

2. Der Bericht teilt nicht mit, in welcher Weise die Zeugenaussagen gesammelt worden sind – ob direkt per Interview oder indirekt per Post oder Email. Es ist unklar, ob es einen oder mehrere Interviewer gegeben hat, ob die Zeugen individuell oder in Gruppen befragt worden sind.

3. Es wird nicht mitgeteilt, wie die Glaubwürdigkeit der Aussagen geprüft wurde:

a. Man kann nicht wissen, ob die Aussage von einem Soldaten gemacht wurde oder von jemandem, der sich als Soldat ausgegeben hat.

b. In Bezug auf die in den Aussagen beschriebenen Vorfälle werden weder Zeitangaben (Datum, Uhrzeit) noch Ortsangaben gemacht.” Quelle:
Israelische Botschaft in Berlin

Eine Veröffentlichung dieser Stellungnahme konnte ich bislang in den Massenmedien leider nicht lesen.