Es ist noch nicht so lange her, da empörte sich der Zentralrat der Juden in Deutschland darüber, dass das antisemitische Theaterstück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ von Rainer Werner Fassbinder in Mülheim an der Ruhr aufgeführt werden sollte. Anständige Mülheimer empörten sich hingegen weniger, schließlich war Ignaz Bubis längst in israelischer Erde, damit sein Grab nicht geschändet wird und auch andere jüdische Immobilien-Bosse sind aus der Lebenswirklichkeit der Deutschen scheinbar entschwunden.

Das Theater selbst konnte sogar positive Seiten des Stücks erkennen, so sah es in der Inszenierung den Versuch, den „bewussten und unbewussten Antisemitismus als Tatsache der bundesrepublikanischen Wirklichkeit festzustellen“. Freilich, kritisierte die jüdische Gemeinde, wäre aber gerade dies dem Regisseur Roberto Ciulli nicht gelungen. Wo kämen wir auch dahin, wenn empörte Juden einem deutschen Theater ihr Programm diktieren würden.

So kam es wie es kommen musste und das Stück wurde im „Theater an der Ruhr“ aufgeführt. In der Saison 2008/09 empfing das Haus 48655 Besucher. Jede Karte wurde dabei vom Steuerzahler mit 50 Euro aus Steuermitteln subventioniert. Für etwas antisemitischen Theaterkult sicherlich nicht viel. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Mülheim an der Ruhr liegt bei 5175 Euro, insgesamt bei rund 873 Millionen.

About Roman

Das ist mein Profil. Es gibt viele Profile, doch dieses gehört mir. Ohne mein Profil bin ich nichts und ohne mich ist mein Profil nichts.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

 

Post Navigation