Jüdischer Film: Der Tango der RashevskisDer Tango der RashevskisIn diesem Film geht es nicht um Tango, es geht um die Wandlung, das Zerwürfnis innerhalb der jüdischen Gesellschaft. Der Tango der Rashevkis lässt den Zuschauern einen Blick in die Welt belgischer Juden wagen, in die Generationen nach dem millionenfachen Mord: Tief gespaltene auf der Suche nach sich selbst.

Um zwei Brüder, zwei Entkommene dreht sich die Geschichte im Kern. Während der Eine nach dem Krieg dem mörderischen Europa den Rücken kehrt, Rabbiner wird und sich fortan weigert eine andere Sprache, als die hebräische zu sprechen, verläuft das Leben seines Bruders gänzlich anders.

In Belgien scheint ein unbeschwertes Leben wieder möglich zu sein. Am Tisch findet sich eine große Familie zusammen, man spricht den Segen über den Wein, man isst und feiert zusammen. Jedoch haben sich die Enkel längst nichtjüdische Frauen genommen. An Religion schien bis zu Großmutters Tod nur wenig Interesse bestanden zu haben.

Nun treten vergessen geglaubte Konflikte und Selbstzweifel ans Licht. “Wer bin ich und welche Maske trage ich”, scheinen sich die bunt gemischten Figuren zu fragen.

Israel, die Orthodoxie, Liberales Judentum und jüdische Identität sind Themen, die Sam Gabarski in seinem leicht verständlichen und humorvollen Film zur Sprache bringt und doch nicht hinreichend beantwortet. Ein Familienfilm, für die langen Herbstabende, nicht mehr.

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