Als gäbe es in Deutschland keine anderen Probleme beschäftigen sich Mediziner und Juristen mit der Frage, ob eine Beschneidung nach jüdischem oder muslimischem Ritus eine Körperverletzung darstellt und von den Ärzten abgelehnt werden soll:

„Im „Deutschen Ärzteblatt“ beschäftigten sich kürzlich jedoch zwei Medizin- und ein Juraprofessor mit der Frage, wie Ärzte sich verhalten sollten, wenn Eltern den Wunsch nach einer Zirkumzision aus religiösen Gründen an sie herantragen. In den Augen der Wissenschaftler ein echtes Dilemma: Einerseits haben die Eltern das Sorgerecht für ihr Kind, auch in religiösen Angelegenheiten. „Andererseits wird von dem Arzt die Vornahme eines Eingriffs verlangt, für den keine medizinische Notwendigkeit besteht.“ Eines Eingriffs, der nach Ansicht der Autoren streng genommen als Körperverletzung gewertet werden könnte und der, wie jede Operation, nicht frei ist von Risiken und Nebenwirkungen. Für die Kinderchirurgen Maximilian Stehr und Hans -Georg Dietz vom Dr. von Hauner’schen Kinderspital der Uni München und den Strafrechtler Holm Putzke von der Uni Bochum ist deshalb klar: „Solange die Rechtslage gerichtlich nicht geklärt ist, sollte der Arzt die Vornahme einer medizinisch nicht indizierten Zirkumzision ablehnen.““ Quelle: Tagesspiegel

Dabei gibt es handfeste Argumente, die für die Beschneidung sprechen, diese werden fairerweise sogar im Artikel angeführt:

„Tatsächlich werden seit Jahren auch immer wieder medizinische Argumente dafür vorgebracht, die Vorhaut nicht allein im Krankheitsfall zu entfernen. Zuletzt hat die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Empfehlung zur vorbeugenden Beschneidung ausgesprochen, nachdem eine Studie zu dem Schluss gekommen war, dass in Afrika das Infektionsrisiko dadurch deutlich sinken würde.“

Was bleibt ist ein faden Beigeschmack, denn in Zeiten von Face-Lifting, Brustvergrößerung, Nasenkorrekturen oder Magenverkleinerungen und nicht zu vergessen den Unmengen von Mittelchen zum Abnehmen erscheint die Diskussion um einen 3400 Jahre alten und bewährten Brauch reichlich öde. Wenn deutsche Juristen sich auch noch in die Angelegenheiten von Religionsgemeinschaften einmischen ist das schon beinahe besorgniserregend.

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