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Mit einer festlichen Preisverleihung im Bundespresseamt am 4. Dezember 2008 hat die Bundesregierung den von ihr ausgelobten deutsch-israelischen Filmwettbewerb anlässlich der Staatsgründung Israels vor 60 Jahren abgeschlossen.
Die Festveranstaltung wurde von zahlreichen Gästen besucht, u.a. aus der jüdischen Gemeinde Berlins, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, des Kulturausschusses des Deutschen Bundestages und der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe.
Gewinner unter den fünf israelischen Filmteams ist das Team Dafi Mekel/ Galit Hinon der Filmschule “Jump Cut – Professional School for Editors and Animation” in Tel Aviv mit dem Film “Why Berlin?” Der Film schildert die Entscheidung zweier junger Frauen aus Israel, eine Zeitlang gemeinsam in Berlin zu leben und zeigt, wie sie sich in der neuen Umgebung einrichten.
Gewinner unter den fünf deutschen Beiträgen ist das Team Wolfram Huke/ Franziska von Malsen-Ponickau der Hochschule für Fernsehen und Film München “Zum Glück gewannen wir ihn nicht – Deutsche Freiwillige in Israel”. Der Film stellt Jugendliche vor, die im Auftrag der Aktion Sühnezeichen ihren Versöhnungsdienst in Israel leisten. Die Gewinnerteams erhielten aus den Händen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, und des Gesandten der Botschaft des Staates Israel, Ilan Mor, jeweils einen Siegerpokal in Form einer Schale in den deutsch/israelischen Landesfarben.
Der Beauftragte er Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, erklärte in seiner Rede zur Preisverleihung: “Für die besonderen deutsch-israelischen Beziehungen ist es von fundamentaler Bedeutung, gerade junge Menschen in beiden Ländern einander näher zu bringen. Deshalb freut es mich sehr, dass der Filmwettbewerb des Bundespresseamtes bei israelischen und deutschen Filmschulen so großes Interesse gefunden hat. Der Wettbewerb ist ein weiterer Baustein in den engen und sehr fruchtbaren Beziehungen, die unsere beiden Länder gerade im Filmbereich pflegen. So ist das deutsch-israelische Filmabkommen – mit allein sieben Koproduktionen in den letzten anderthalb Jahren – das erfolgreichste Koproduktionsabkommen, das Deutschland mit einem außereuropäischen Land abgeschlossen hat. Ich bin davon überzeugt, dass die jungen Filmschaffenden diese erfolgreiche Entwicklung weiterführen.”
Der Gesandte der Botschaft des Staates Israel, Ilan Mor, stellte in seiner Rede zur Bedeutung des Filmwettbewerbs fest: “Auf diese Weise sind junge Menschen zum Nachdenken über das Verhältnis unserer beiden Länder, die gemeinsame Geschichte, aber vor allem auch die Gegenwart und die Zukunft angeregt worden”. Und weiter: “Vor allen Dingen stellt man bei den jungen Filmemachern und Protagonisten der Filme eine Neugier fest – eine Neugier auf das andere Land und die Kultur und einen Drang, mehr übereinander zu erfahren – fernab dessen, was Fernsehen und Nachrichten uns täglich vermitteln. Diese Neugier wurde nicht zuletzt durch den Filmwettbewerb angeregt und sie überträgt sich durch das Medium Film auch auf das Publikum: Die Filme machen neugierig.”
Im Rahmen des deutsch-israelischen Filmwettbewerbs hatte die Bundesregierung in Kooperation mit der Botschaft des Staates Israel im April 2008 insgesamt 22 deutsche und 11 israelische Filmschulen eingeladen, Exposés für einen 10-Minutenfilm einzureichen, der sich mit den besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel befasst. Gesucht wurden kreative Reportageideen, die vor dem historischen Hintergrund die Sichtweise junger Filmschaffender auf die beiden Länder darstellen. Dadurch soll das Interesse einer breiten Öffentlichkeit und vor allem junger Menschen an den Lebensverhältnissen im anderen Land und damit auch der deutsch-israelische Dialog gefördert werden.
Eine Jury aus zehn Mitgliedern, der unter anderen Staatsminister Bernd Neumann und der Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, sowie die Filmregisseure Nina Koshofer, Sharon On und Kai Wiesinger angehörten, hat aus den eingegangenen 21 Exposés jeweils fünf aus Deutschland und Israel zur Realisierung ausgewählt. Die Filmteams erhielten je 4.000 € für den Dreh-Aufenthalt im jeweils anderen Land einschließlich der Filmproduktionkosten. Sie reichten am 31. Oktober 2008 insgesamt zehn Filme ein. Davon hat die Jury zwei Filme als Gewinner bestimmt; sie bewertete die Filme nach den Kriterien “Umsetzung der Exposé-Idee”, “Aufbau/ Szenenfolge” und “Kameraführung”.
Die festliche Preisverleihung wurde von Shelly Kupferberg vom Rundfunk Berlin-Brandenburg moderiert. Der Künstler der überreichten Siegerpokale hat diese “Balance” genannt. Damit soll das ausbalancierte gute Verhältnis zwischen beiden Ländern symbolisch zum Ausdruck kommen.
Die Filme aus Israel zeigen ein junges deutsch-israelisches Paar, das in Berlin nach der “richtigen” Schule für ihr Kind sucht. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Israeli mit seinem Blick auf die alte und neue Synagoge in München; oder auch das Leben eines deutsch-israelischen Paares in einer WG in Kreuzberg sowie das Zusammentreffen mit einer israelisch-deutschen Band in Berlin; und schließlich die Erfahrungen, die zwei junge israelische Frauen in ihrem familiären Umfeld machen, als sie mitteilen, dass sie eine Zeitlang gemeinsam in Berlin leben wollen.
In den deutschen Filmen geht es um Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in Israel; um die Geschichte einer deutschen Einwanderin nach Israel, die als Physiotherapeutin Opfer des Dritten Reiches behandelt; um einen deutschen Disk Jockey als Musikunterhalter in Tel Avivs Nachtleben; um ein Kinder-Porzellanservice, nach dessen aus Deutschland emigrierten jüdischen Besitzern geforscht wird; oder auch um Menschen deutscher Herkunft, die sich vor Jahrzehnten in Israel niedergelassen haben.
In seinem Grußwort erklärte der Stellvertretende Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Michael Sternecker, dass man mit dem deutsch-israelischen Filmwettbewerb nunmehr auf eine erfolgreiche, von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern begleitete Reihe von Veranstaltungen zur Staatsgründung Israels vor 60 Jahren zurückblicken könne. Der Bundesregierung waren für diese Aktionen vom Deutschen Bundestag Sondermittel bewilligt worden.
Mit dem deutsch-israelischen Filmwettbewerbs hat die Bundesregierung die Reihe der Veranstaltungen zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels abgeschlossen.
Zu den herausgehobenen Veranstaltungen im Laufe des Jahres 2008 gehörten:
PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG
PRESSEMITTEILUNG NR.: 447
Festliche Preisverleihung beim deutsch-israelischen Filmwettbewerb der Bundesregierung
Do, 04.12.2008