Teil 1/7 – Israel: Deutschlands besondere Verantwortung

Recht gegen Recht? Tilman Tarach schreibt in seinem Buch „Der ewige Sündenbock

Auffällig ist des Weiteren, dass auch heute kaum ein Palästinenser die Ansicht äußert, die arabischerseits erfolgte Ablehnung des UN-Teilungs­beschlusses von 1947 sei womöglich ein Fehler gewesen, obwohl es ohne diese Ablehnung zu dem ganzen Flüchtlingselend nicht gekommen wäre. Im Übrigen kann noch darauf hingewiesen werden, dass die zionistische Besiedlung der Region seit Ende des 19. Jahrhunderts und die damit einhergehende Schaffung einer Infrastruktur nicht unwesentlich zu der lokalen Ansiedlung von Arabern beigetragen hat. (Die Juden hatten ihre Ländereien den arabischen Großgrundbesitzern abgekauft, die zumeist in Beirut oder Damaskus niedergelassen waren.) Verlässliche Bevölkerungs­statistiken Palästinas existieren für das 19. Jahrhundert nicht, aber die zeitgenössische Reise­literatur gibt eindeutige Hinweise. Mark Twain, der das Heilige Land 1867 besucht hatte – also 15 Jahre vor dem Beginn der ersten jüdischen Einwanderungswelle (der ersten Alija), die durch die Pogrome im zaristischen Russland und die antisemitischen Maigesetze 1882 des Zaren Alexander III. ausgelöst worden war –, schildert in seinem Reisebericht „Die Arglosen im Ausland“ das Jesreel-Tal, das ziemlich genau zwischen Jordan und Mittelmeer im heutigen Norden Israels liegt, wie folgt:

„In seiner ganzen Ausdehnung gibt es kein einziges Dorf – dreißig Meilen in jeder beliebigen Richtung auch nicht. Es gibt zwei oder drei kleine Grüppchen Beduinenzelte, aber keine einzige beständige Siedlung. Man kann in dieser Gegend zehn Meilen weit reiten, ohne zehn menschlichen Wesen zu begegnen.“

In Galiläa, diesen „unbevölkerten Wüsten“, beschrieb Mark Twain die Stadt Kapernaum am Nordufer des Sees Genezareth als „öde und menschenleer“, und über die beschwerliche, zehn Meilen lange Reise vom See zum Berg Tabor sah er „auf der ganzen Strecke kein einziges menschliches Wesen“. Zusammenfassend seufzt Twain: „Palästina ist verlassen und hässlich.“

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