Immer mehr Besucher israelischer Porno-Seiten stammen aus arabischen Ländern. Laut der Online-Zeitung Ynetnews stammen bis zu 10 Prozent aller Zugriffe aus dem Irak, Jordanien, Ägypten, Tunesien oder Saudi-Arabien. Einige israelische Internet-Porno-Seiten bieten ihre Dienste deswegen bereits in Arabisch an, was bei der Kundschaft offenbar gut ankommt. Typische israelische Motive scheinen am besten anzukommen, weibliche Darsteller als Polizistinnen, Mossad-Agenten oder Soldatinnen. Ein Knüller soll laut Ynetnews unter Berufung auf einen Seiten-Betreiber, der Streifen „Code: Tiefe Untersuchung“ sein, der auf den verurteilten israelischen Atom-Spion Mordechai Vanunu anspielt und Männerfantasien mit dominanten Agentinnen bei Verhören bedient.

In den arabischen Ländern ist Pornografie per Gesetz verboten, Interessierte müssen Webfilter überlisten und Sperren umgehen, um die Angebote zu nutzen. Im Irak indes kann der Besuch einer solchen Seite Gefahr für das eigene Leben bedeuten. Al-Dschasira berichtete kürzlich vom Fall eines 23 Jahre alten Students, der in einem Bagdader Internetcafe Porno-Seiten besucht hatte und daraufhin von drei Männern, in ein Haus entführt worden war, wo man ihm Handfesseln anlegte, ihn schlug und Zigaretten auf seiner Haut ausdrückte. Sechs Tage später wurde er mit der Warnung frei gelassen, dass solle er sich noch einmal Porno-Videos ansehen, er nicht mehr mit dem Leben davon kämme. Fälle wie diesen gibt es viele. Zwei Besitzer eines Internetcafes in Bagdad sollen im Februar gefoltert und geköpft worden sein, weil sie ihren Kunden Zugang zu pornographischen Seiten gewährt hatten.


Wer kann es ihnen verübeln?