Israels Existenzkampf - Eine moralische Verteidigung seiner KriegeIst es, möglich den Konflikt zwischen Israel und den arabischen Staaten in einem Buch zusammenzufassen und begreifbar zu machen? Die Antwort muss „nein“ lauten, Yaacov Lozowick versucht in seinem Buch „Israels Existenzkampf“ zumindest eine „moralische Verteidigung“ der israelischen Kriege zu geben.

Auf rund 325 Seiten schafft es der Historiker tatsächlich, mit einer persönlich Note und überzeugenden Ehrlichkeit, einen Einblick in die vielfältige israelische Wirklichkeit zu geben. Erklärt geschickt Zusammenhänge, skizziert die politische Wirklichkeit, zeichnet Reaktion und Gegenreaktion nach und gibt Erklärungen für einzelne Phasen des Konflikts. Der Leser unternimmt eine Reise durch eine wechselvolle Geschichte und lernt dabei, leicht verständliche, realitätsnahe Fakten kennen.

Das vielleicht wichtigste Verdienst des Buches bleibt dabei das Aufzeigen einer jüdischen Ethik innerhalb des Konflikts, dabei wird nicht unterschlagen, wenn gegen diese verstoßen wurde.

Trotz erlebter Enttäuschungen und Rückschlägen wirkt der Autor niemals verbissen, nie zu fordernd, bleibt sachlich, büßt aber nicht an Authentizität ein. Damit eignet sich das Buch für einen Einstieg in die Thematik und regt zu weiteren Recherchen und Überlegungen an. Auch als Ergänzung zu tiefgehender wissenschaftlicher Literatur ist das Buch geeignet.

Die Bundeszentrale für politische Bildung führt das Werk in ihrer Schriftenreihe, es kann sowohl über den regulären Handel, als auch dort bezogen werden. Der Preis liegt bei 4,00 €. Ein ideales Geschenk.

Über den Autor:

Yaacov Lozowick (* 1957 in Bad Kreuznach) ist ein israelischer Historiker. An der Hebrew University in Jerusalem absolvierte er 1982 ein Bachelorstudium für Geschichte und jüdische Philosophie, erhielt 1984 ein Diplom in Pädagogik und graduierte 1989 zum Master im Bereich zeitgenössisches Judentum. 1995 promovierte er an der Hebrew University bei Saul Friedländer. Seine vielbeachtete Doktorarbeit erschien in Deutschland 2000 im Pendo-Verlag unter dem Titel „Hitlers Bürokraten. Eichmann, seine willigen Vollstrecker und die Banalität des Bösen“.

Ab 1990 unterrichtete er Geschichte am Paul-Himmelfarb-Gymnasium in Jerusalem. Von 1986 bis 1989 lehrte er moderne jüdische Geschichte an der dortigen WUJS Akademie. Nachdem er bereits seit 1982 in einem Forschungsprojekt von Yad Vashem mitarbeitete, war er von 1989 bis 1993 Direktor von Seminaren für ausländische Erzieher an der „International School for Holocaust Studies“, Yad Vashem. 1991 initiierte er die ersten deutschsprachigen Seminare für Lehrer und Erzieher. Von 1993 bis 2007 war er Direktor des Archivs in Yad Vashem.

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