Maxim Biller: Der gebrauchte Jude - Ein Selbstportait Maxim Biller hat ein Buch geschrieben, in der Hauptrolle Maxim Biller. Es geht um Juden, es geht um Sex, es geht um Frankfurter Immobilienspekulanten, alte und weniger alte Freunde, Juden und Juden die gern keine Juden wären.

Charmant und stets bissig erzählt Biller die Geschichte seines Lebens, die Geschichte eines Jungen, der nichts anderes wollte, als einen Roman zu schreiben. Stattdessen rezensiert er russische Wälzer und hört sich dumme Sprüche von „Deutschen“ an, denn jemand wie er war in Deutschland – so ist sich Biller sicher – nicht vorgesehen. Die meisten Juden waren entweder tot, ausgewandert oder standen in den Lexika. Die wenigen die da waren, schienen unsichtbar zu sein.

Selbst vor Reich-Ranicki macht Biller sodann nicht halt, ihn will er für eine Zeitschrift um Mode, Sex und Pop interviewen. Diskutierte mit ihm Jahre später über Literatur, das Judesein und Wagner. Nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, schwenkt von Ranicki zu Broder, Heine, Malamud und kommt dabei sich selbst auf die Spur.

Ein ausgezeichnet fieses, zynisches und tragischkomisches Selbstportait.

Maxim Biller, 1960 in Prag geboren, lebt seit 1970 in Deutschland. Von ihm sind bisher u. a. erschienen: der Roman »Die Tochter«, die Erzählbände »Wenn ich einmal reich und tot bin«, »Land der Väter und Verräter«, »Bernsteintage« und »Liebe heute«. Er hat die beiden Essaybände »Die Tempojahre« und »Deutschbuch« veröffentlicht sowie zuletzt das Kinderbuch »Ein verrückter Vormittag«.

Der Roman »Esra« wurde gerichtlich verboten und ist deshalb zurzeit nicht lieferbar. Sein neues Theaterstück »Kanalratten« soll 2010 in Berlin uraufgeführt werden. Er schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Kolumnen »Moralische Geschichten«, die auch als Buch erschienen sind, und veröffentlicht regelmäßig Short Storys im New Yorker.

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