Siri ist ein persönlicher Assistent der von Apple in das iPhone 4s integriert ist und im September für das iPad3 verfügbar sein wird. Das Programm reagiert auf Fragen des Nutzers und liefert passende Antworten, nennt Daten oder ruft Kommandos auf die sonst eine manuelle Eingabe erfordern. Der besondere Nutzen darin, das Gerät mit der Siri-Software ohne Augenkontakt für komplexere Aufgaben bedienen zu können.

Siri reagiert auf Zurufe und kann in der Folge beispielsweise Anrufe zu Personen im Telefonbuch aufbauen, Informationen eines Kontakts ausgeben,  Kalendereinträge vornehmen, Erinnerungen oder Gedächtnisstützen aufnehmen. Auch umfangreichere Anfragen, die eine Internetverbindung und die Erreichbarkeit eines Internetdienstes voraussetzen, sind implementiert, darunter Entfernungen zwischen Orten zu berechnen, Wettervorhersagen abzurufen oder in Lexika wie Wikipedia und Wolfram Alpha zu recherchieren. Wolfram Alpha ist eine semantische Suchmaschine, die zu einem Suchbegriff verwandte Informationen liefert, Siris Stärke liegt nicht zuletzt in der Nutzung semantisch erfasster Daten.

Siri in iOS6 antwortet auf Jerusalem (English)

In der derzeit aktuellen Version, die nur für Entwickler vorgesehen ist, liefert Siri auf einem iPad erstaunliche Ergebnisse. Fragt man nach dem Wetter in Jerusalem, so wird nicht das Wetter für Jerusalem ausgegeben, sondern in “Al Quds (Jerusalem)”, plötzlich trägt die israelische Hauptstadt einen arabischen Namen, einen Namen der offiziell höchstens so von nicht gerade wohlgesonnen Staaten verwendet wird.

Siri in iOS6 antwortet auf Jerusalem (Deutsch)

Dies passiert jedoch nur, wenn Siri in deutscher Sprache spricht. Auf Englisch antwortet das Programm wie schon seit einem Jahr in für das iPhone vorhandenen Version iOS 5.11 mit Jerusalem. Das Team welches die deutsche Lokalisierung umsetzt muss hier also manuelle Änderungen vorgenommen und der Stadt ihre arabische Bezeichnung vorangestellt haben. Auch Wolfram Alpha, welche Siri nutzt, hat den Namen nicht verfälscht. Sollte die Anpassung nicht rückgängig gemacht werden, wird sie vermutlich schon bald für alle Systeme aktiv. Dann nämlich, wenn Apple durch ein Softwareupdate auf den Server mit der Adresse „kryten.apple.com“ (derzeit guzzoni.apple.com) umstellt.

Eine solche Änderung grenzt an Geschichtsrevisionismus und legitimiert durch die Hintertür arabische Machtansprüche, auf eine Stadt die in der muslimischen Kultur kaum eine Tradition aufweist und nicht einmal im Koran Erwähnung findet.

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2 Thoughts on “Mit iOS6 lernt Siri etwas Geschichtsrevisionismus

  1. Unterdosis on 18. Januar 2014 at 12:27 said:

    Nun hat Jerusalem aber heilige Stätten sowohl für Christen, Juden, als auch Moslems. Wenn man also seinen Besitzanspruch auf religiöse Bedeutung stützt, darf man das nicht unterschlagen. Ebensowenig wie die Tatsache, dass Jerusalem auch lange Jahrhunderte unter muslimischem Einfluss stand und – historisch betrachtet – erst seit kurzem wieder unter jüdischem.
    Was ich damit sagen will: es wäre ebenso Geschichtsrevisionismus, wenn man die arabische Vergangenheit unterschlagen würde.
    Was die „Legitimation durch die Hintertür“ betrifft – sofern man der unterschiedlichen Benennung solch eine legitimatorische Macht überhaupt zusprechen will, was ich persönlich für lächerlich halte – Köln wird auch nicht angelsächsisch oder gar wieder römisch, weil man es im entsprechenden Sprachraum von Colonia abgeleitet Cologne nennt.

  2. Richtig, Jerusalem beherbergt Heilige Stätten dieser drei Religionen, aber im Koran wird die Stadt kein einziges Mal erwähnt. Unbestritten ist Jerusalem für die Christen vor allem als jüdische Stadt heilig, hat doch deren Heiland erst durch den Besuch Jerusalems eine messianische Prophezeiung erfüllt – als Jude unter Juden.

    Aber um das von dir Geschriebene aufzugreifen. Kämen dir Römer wieder nach Köln zurück, hätte sie dort ihr Reich wieder errichtet, ihre Hauptstadt dorthin verlegt und hätten sie „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ genannt, dann wäre es ebenso lächerlich diese Stadt in irgend einem Computerprogramm weiterhin „Köln“ zu nennen. Aber es wäre noch immer legitimer, als die Show die die so genannten Palästinenser veranstalten.

    Ich würde das eher mit Konstantinopel vergleichen, die Stadt ist bei Apple mit „Istanbul, Türkei“ drin. Dagegen ist nicht zu sagen, auch wenn auf diese Stadt durchaus Ansprüche gestellt werden, es käme aber niemand auf die Idee sie bei iOS nur mit „Istanbul“ oder sogar „Konstantinopel“ einzupflegen.

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