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WELT Online bringt ein interessantes Essay von Moshe Halbertal:
“B’Tselem, eine glaubwürdige israelische Menschenrechtsorganisation, hat Namenslisten und Opferlisten sorgfältig abgeglichen und ist zu folgendem Ergebnis gelangt: Unter den 1387 Menschen, die in Gaza getötet wurden, kamen auf jeden toten Kämpfer drei tote Zivilisten. Dieses Verhältnis stimmt, wenn man Angehörige der Polizei als Zivilisten rechnet. Aber wenn man Polizisten als Kombattanten ansieht, dann kommt man auf ein Verhältnis von 2:3. In Gaza leben etwa 1,5 Millionen Menschen und etwa 10.000 von ihnen sind Hamas-Kämpfer.
Also lautet das Verhältnis von Militanten zu Zivilisten etwa 1:150. Wenn Israel wirklich gezielt Zivilisten angegriffen hätte, wie um alles in der Welt soll es dann auf eine Rate von 1:3 oder 2:3 gekommen sein? Die Kommission stellt sich weder diese Frage, noch eine viel naheliegendere: Ist diese Rate unter den gegebenen Bedingungen – Gaza ist ein extrem dicht besiedeltes Gebiet – das Ergebnis wahllosen Zielens und Schießens? Eine Antwort auf diese Frage kann der Vergleich mit dem Agieren anderer zivilisierter Armeen unter ähnlichen Voraussetzungen bieten. Ich habe nicht die genauen Zahlen des Verhältnisses toter Kämpfer und umgekommener Zivilisten im Krieg der Nato in Afghanistan, aber ich bezweifle, dass dort eine ähnliche Rate erzielt worden ist.
Wie viele Kämpfer wurden außer den 500 Zivilisten getötet, die bei der Bombardierung von Belgrad starben? Die unpräzisen Höhenbombardements in Serbien, die darauf ausgerichtet waren, die Nato-Piloten zu schützen, haben hauptsächlich die Zivilbevölkerung getroffen. Wie würde das Verhältnis von Opfern aussehen, wenn die Nato nicht im fernen Afghanistan kämpfen würde, sondern um Europas Bürger vor anhaltendem Beschuss aus der unmittelbaren Umgebung ihrer Städte zu schützen? “
Quelle: Replik zum Goldstone-Report