Am kommenden Montag, dem 21.06.2010 (19.00 Uhr) findet im Bildungswerk RUHRWERKSTATT (Grevenstraße 36 in Oberhausen) ein politischer Vortrag zur
Situation und Entwicklung des Judenhasses in Europa statt.

Inhaltlich geht es um: Judenhass in Deutschland: Von seinen Ursprüngen bis zum Holocaust – ein Vortrag mit anschließender Diskussion

Der Holocaust (oder die Shoa), von den NS-Völkermördern zynisch-technokratisch als “Endlösung der Judenfrage” deklariert, war unzweifelhaft ein Akt grausamster Barbarei, der in der bisherigen Weltgeschichte ohne Beispiel ist.

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die pseudowissenschaftlichen Grundlagen der absurden NS-”Rassenlehre” bereits lange vor Gründung der NSDAP entwickelt wurden. Auch gab es schon im zweiten Kaiserreich politische Organisationen, die extrem antijüdische Positionen vertraten. So wurde der Weg von den “Nürnberger Gesetzen” bis zu Auschwitz im 19. Jahrhundert von fanatischen “Antisemiten” (der Begriff entstand um 1870) theoretisch-ideologisch vorgezeichnet. Der “moderne” Antisemitismus mit seinen rassistischen und sozialdarwinistischen Vernichtungsfantasien basierte wiederum auf den Elementen der traditionellen religiösen Judenfeindschaft, gemeinhin als christlicher “Antijudaismus” bezeichnet.

Im Vortrag werden diese vielfältigen Phänomene antijüdischen Denkens als soziokulturelle und politische Aspekte deutscher Geschichte definiert und erörtert. Hierzu zählt u.a. die Analyse diverser “Zeitgeistphänomene”, ökonomischer Prozesse und sozialer Umstrukturierungen. Als eventuelle “Quintessenz” ergibt sich dabei die Frage: Existiert eine “Traditionslinie”, die von den Pogromen des christlich geprägten Mittelalters über den völkisch-rassistischen Antisemitismus geradezu “zwangläufig” in den
Holocaust einmünden musste?

Über den Dozenten: Dipl. Soz.-Wiss. Günter Semmler, Kamp-Lintfort

Der Dozent war Lehrbeauftragter an den Universitäten Duisburg-Essen und Köln sowie Teamer bei ver.di Niedersachsen, dem DGB Bildungswerk, der Friedrich-Ebert-Stiftung/Thüringen und der Akademie des deutschen Beamtenbundes. Gegenwärtig beschäftigt er sich mit Problemstellungen, die ihn besonders – im wahrsten Sinne des Wortes – aufregen. Dazu gehören neben Antisemitismus. Rechtsextremismus und Islamophobie auch die tiefe soziale und kulturelle Aufspaltung der deutschen Gesellschaft, die er als Neue Soziale Frage bezeichnet.

Kompakt:

Was: politischer Vortrag & Diskussion

Wann: 21.06.2010 von 19:00 bis 21:00 Uhr

Wo: Bildungswerk RUHRWERKSTATT, Grevenstr. 36, Seminarraum Jacobi


Größere Kartenansicht