Vortrag von Ulrich Sahm – Journalist, Buchautor und Nahost-Korrespondent – im Dr. Bamberger Haus

UN-Menschenrechtsrat gegen Israel.

Die AKP-Regierung nähert sich ihren kurdischen Glaubensbrüdern an, aber wie geht es der Minderheit der aramäischen Christen? Beschissen:

Ich halte den demokratischen Wandel in Afghanistan für bemerkenswert:

“Die Lage der christlichen Minderheit in Afghanistan hatte sich Anfang Juni 2010 zugespitzt, nachdem der private Fernsehsender „Noorin TV“ und andere Kanäle einen Film über die Taufe von Konvertiten ausgestrahlt und deren Gesichter gezeigt hatten. Danach riefen afghanische Regierungsvertreter dazu auf, „Abtrünnige“ vom Islam mit dem Tode zu bestrafen. Staatspräsident Hamid Karzai wies Regierung und Staatsschutz an, dafür zu sorgen, dass es keine weiteren Übertritte gebe. Der stellvertretende Parlamentspräsident Abdul Satter Khowasi (Kabul) forderte die öffentliche Hinrichtung von Personen, die vom Islam zum Christentum übertreten. Ein Abgeordneter erklärte, die Ermordung von Christen, die zuvor Muslime waren, sei kein Verbrechen. Seither sind zahlreiche christliche Familien untergetaucht oder ins Ausland geflohen. Humanitäre Hilfswerke werden einer strengen staatlichen Kontrolle unterzogen. Zwei, die den Begriff „Kirche“ im Namen tragen, mussten ihre Aktivitäten einstellen – die Norwegische Kirchenhilfe und die US-amerikanische Organisation World Church Services (Kirchliche Weltdienste).”

Islamische Republik…

Cigdem Toprak liefert bei Achgut einen ausgezeichneten Beitrag über die Lebenswelt gut integrierter und gebildeter muslimischer Einwanderer:

Konflikte werden also auf höchstem akademischen Niveau ausgetragen, mit Beleidigungen, Provokationen und Fäusten. Wie oft waren Diskussionen in der Mensa oder in Seminaren unmöglich, weil man sich weder über den Armenien-Völkermord noch über das Kurdenproblem in der Türkei oder den Nahost-Konflikt, aber allen voran über den Islam streiten konnte. Diese Beispiele aus einem Uni-Alltag mögen harmlos sein, verdeutlichen aber, dass auch Akademiker mit Migrationshintergrund sich davor drücken, die ihnen von den Eltern, der Familie oder der Gemeinschaft vermittelten Weltbilder und Vorstellungen in Frage zu stellen.

und

Je höher das Bildungsniveau, desto eher entwickelt sich die Bereitschaft zum kritischem Denken, garantiert wird sie dadurch aber nicht. Es ist sicherlich nicht einfach, sich irgendwann eingestehen zu müssen, dass in der eigenen Familie oder Gemeinschaft eine Form des Antisemitismus vermittelt wird, die man selbst angenommen hat.

Aus Voll integriert und klar antisemitisch. Oder: Bildung ist nicht alles, Achgut.de

Region der Angst Wie Rechtsextreme Bürger terrorisieren – Report München (ARD vom 16.08.2010)

Am 22. Juni 1910, vormittags, fand man den Studenten der Chemie Max Steiner aus Prag in seiner Stube im Norden Berlins auf seinem Bette tot. Er war angetan mit einem neuen Anzuge, den er sich für die Doktorprüfung hatte anfertigen lassen. Seine Vorexamina hatte er hinter sich, wollte noch promovieren und hatte seine Dissertation über Chemie der Riechstoffe bereits eingereicht. Die Berliner Fakultät hatte sie angenommen und hatte den 23. Juni zum Termin für die mündliche Prüfung angesetzt.

Zu seinen Wirtsleuten hatte der Student geäußert, daß er seinem Lehrer, Professor Emil Fischer, dem berühmten Chemiker, die übliche „Examenvisite“ abstatten wolle. Dann hatte er sich für die Visite angekleidet. Aber während des Ankleidens muss ihn plötzlich der Lebensüberdruss gepackt haben.

Er besaß Giftstoffe, mit denen er als Chemiker zu experimentieren gewohnt war. Ehe er das Gift nahm, hatte er einen kurzen Abschiedsbrief an seine Eltern geschrieben.

In dem Briefe bat er sie, zu verzeihen, daß er sein Leben freiwillig ablege. Einen eigentlichen Grund dafür könne er nicht angeben und habe auch keinen. Nie sei er so fröhlich gewesen wie jetzt in der Stunde seines Abscheidens. Er sei auch wegen seiner Prüfung ganz unbesorgt. Das hoffnungslose Leid alles Lebens laste auf ihm, nicht aber die Doktorprüfung. Sein Überdruss am Leben sei seine letzte Erkenntnis. Man möge ihm nun Ruhe gönnen.

Der Verstorbene, am 21. Mai 1884 geboren, war 26 Jahre alt geworden. Zwei merkwürdige Bücher von ihm waren im Verlage von Ernst Hofmann in Berlin erschienen. Sie hatten in Kreisen der Wissenschaft einige Bewegung ausgelöst.

Das erste Buch, 125 Seiten stark, war im Jahre 1905 herausgekommen und führte den Titel: „Die Rückständigkeit des modernen Freidenkertums. Eine kritische Untersuchung“. Das zweite, 244 Seiten starke Werk war im Jahre 1908 erschienen und trägt den Titel: „Die Lehre Darwins in ihren letzten Folgen“.

Es erregte Aufsehen, daß Houston Stuart Chamberlain, der damals meistgelesene Philosoph, an den ihm unbekannten Studenten den folgenden Brief richtete: „Dass selbst die bestgegründete Regel oder wie unser lieber alter Kant gesagt hätte — Maxime — nur durch die richtig angebrachte Ausnahme lebendigen Sinn erhält, merke ich heute, wo ich einem mir gänzlich unbekannten Autor schreibe, um ihm für Belehrung, Anregung, Genuss, ja Befreiung zu danken. Julius Wiesner, der Physiologe, machte mich auf Ihr Werk aufmerksam und trotzdem ich gerade mit Arbeit überhäuft bin, habe ich es gestern in einem Zuge Zeile für Zeile durchgelesen.

Spät erst kam ich ins Bett, denn ich konnte mich von dieser unerwarteten unverhofften Freude nicht trennen. Ginge es nach meinem Wunsche, so sollte das Buch bald in 200.000 Exemplaren verbreitet sein“ 12).

Obwohl also die Begabung des jungen Mannes in wissenschaftlichen Kreisen bekannt geworden war, so wussten doch nur wenige um den Toten. Und ähnlich wie bei dem freien Tode Otto Weiningers, ergingen sich die Zeitungen in unbestimmten Vermutungen über die Gründe seines Abscheidend. Die einen redeten von einer Examenneurose. Angst vor der Doktorprüfung solle den Studenten plötzlich überwältigt haben. Andere wiesen darauf hin, daß er ein einsames Leben geführt habe, abseits und asketisch, und daß er in der letzten Zeit infolge einer Zungenverletzung immer grämlicher geworden war.

Nur wenige Freunde kannten die Wahrheit. Einer dieser Freunde, Kurt Hiller, ordnete den Nachlass. Es fanden sich in ihm Bruchstücke zu einem dritten Werk: „Die Welt der Aufklärung“. Hiller sammelte diese Notizen und gab sie 1912 heraus mit einer Einleitung und mit einem Bilde Steiners aus dem Jahre 1903.

Aus dem Bilde blickt uns ein Jüngling an in starrer Haltung. Er ist steif eingezwängt in einen schwarzen Gehrock mit Seidenaufschlägen, in einen hohen Stehkragen und ein gestärktes Vorhemd. Er hat ein sehr junges Gesicht in eben beginnender männlicher Reifung. Es ist ein blonder kühler Typ. Auffallend wellig und stark das hellblonde Haupthaar. Aquamarinhell leuchten die blauen Augen. Seine Stirn ist so breit wie hoch. Klein und schmal ist die strenge Nase. Und streng auch sind die auffallend schmalen geschlossenen Lippen, darüber der Anflug des eben sprossenden Bärtchens liegt. Breites Kinn, großes Ohr.

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Report München – Die Linke und der Streit um den jüdischen Staat




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