Petition:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das „Zentrum gegen Vertreibung“ ergänzt wird um das Thema der Vertreibung der Künstler und anderer Intellektueller ab 1933. Diese Lösung entspreche den wahren historischen Vorgängen und würde der Zusammenarbeit mit einst vom Deutschen Reich okkupierten Ländern gerecht.“

>> Hier mitunterzeichnen!

Begründung:

Die großen Vertreibungen begannen bereits ab 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Künstler u. a. Intellektuelle, Wissenschaftler, Politiker, Gewerkschafter und sogar Sportler wurden als erste vertrieben. Stellvertretend für Hunderttausende der Besten aus der deutschsprachigen und damit abendländischen Kultur seien hier nur genannt:

Dichter wie Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Else Lasker-Schüler, Stefan Zweig; Maler wie Max Ernst, Paul Klee, Komponisten wie Arnold Schönberg, Paul Hindemith, Kurt Weill, Theaterleute wie Therese Giehse und Erwin Piscator, Dirigenten wie Otto Klemperer, Bruno Walter oder Paul Abraham, Philosophen wie Hannah Arendt, Wissenschaftler wie Albert Einstein und Lise Meitner, Filmemacher wie Billy Wilder, Juristen wie Fritz Bauer, Historiker wie Fritz Stern, Mediziner wie Sigmund Freud, Gewerkschafter wie Max Brauer und Josef Ladig, aber auch Politiker wie Willy Brandt, Henry Kissinger, Josef Burg, Teddy Kollek, Nahum Goldmann, Georg Weidenfeld, Otto Braun oder Joseph Wirth.

Viele mussten unter Zurücklassen aller Habe fliehen, weil sie mit Verhaftung, Folter und Tod rechnen mussten. Als jüdische Mitbürger oder politisch Verfolgte mussten sie in anderen Staa-ten ein Exil suchen, das mit der Besetzung durch die Wehrmacht oftmals auch nicht mehr sicher war. Die Geschichte des Exils (und der Verfolgung, auch des „Inneren Exils“) ist eine Geschichte von persönlichen Schicksalen, die mehr sagen als abstrakte Zahlen. Es war Kalkül der Nazis, diese oftmals echten Patrioten und Demokraten aus ihrer Heimat für immer zu ver-treiben. Ihre Werke wurden verbrannt und als „entartet“ geächtet. Ihre Biografien sollten aus dem Gedächtnis der Nation getilgt werden. Sie wurden, bis auf wenige Ausnahmen, nicht wieder zurückgerufen von der Bundesrepublik Deutschland. Doch gerade sie sind es, auf die wir stolz sein können.

Dokumentation und Präsentation der Werke und der Schicksale dieser ersten Vertriebenen im Rahmen eines Zentrums der verfolgten Künste sollte nationale Verpflichtung sein.

Ergänzung:

Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft hat des halb eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag einrichten lassen. Bis zum 11.6.2009 müssen sich 50.000 Menschen dort eintragen, damit sich der Petitionsausschuss (und dann das Parlament) mit dem Projekt eines erweiterten, eines historisch korrekten “Zentrums” befasst, das auch im Ausland und vor allem in den einst okkupierten Ländern akzeptiert werden kann. Wenn Sie diese Initiative unterstützen möchten, bitten wir Sie um

1.) weitermailen an Ihre Maillingliste und
2.) um Eintragung auf der Petitionsseite (epetitionen.bundestag.de– Allgemeine Kulturpflege – Ergänzung des Zentrums gegen Vertreibung”).

Der Einfachheit halber haben wir die Website www.vertreibung-petition.de eingerichtet, wo Sie alle Informationen finden, wie Sie unterzeichnen können. Auch eine Anleitung, denn das Verfahren ist ein wenig umständlich. Erstunterzeichner sind u.a. die Schauspielerin Hannelore Hoger, Bischöfin Maria Jepsen, Rudolf Dreßler, Ralph Giordano, Jiri Grusa, Reiner Kunze, Wladyslaw Bartoszewski, Guntram Schneider (DGB-Vorsitzender Bezirk NRW), Hans Peters, DGB-Regionsvorsitzender, Wuppertal), Johannes Gerster (Deutsch-Israel. Gesellschaft), Dr. Ingo Haar, Historiker (Uni Wien). Unterstützt wird das Anliegen u.a. vom Deutschen Journalistenverband (djv),den Naturfreunden Deutschlands u. Österreichs, dem “Exil-PEN”, den Kölner und Düsseldorfer Gesellschaften f. Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Die Petition befindet sich noch bis zum 11.06.2009 in der Mitzeichnung, hat also wenig Chancen vorgebracht zu werden. Einen Versuch ist es trotzdem wert.

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Das ist mein Profil. Es gibt viele Profile, doch dieses gehört mir. Ohne mein Profil bin ich nichts und ohne mich ist mein Profil nichts.

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