Abseits vom Holocaustleugner scheint sich die Welt und vor allem aber die Katholische Kirche mit den Piusbrüdern arrangiert zu haben. Bischof Williams, den keiner mehr ernst zu nehmen scheint, hat Argentinien verlassen und ist nach England geflüchtet. Was ist aber sonst noch los bei den Brüdern, die immerhin 600 000 Anhänger um sich scharren?

Ein Blick auf die österreichische Internetseite der Piusbruderschaft “fsspx.at” offenbart eine Rede des Erzbischofs Marcel Lefebvre vom 27.10.1985 in Ecône. Dort hetzt er gegen Juden und bezeichnet eine jüdische Organisation als Freimaurersekte. Diese soll es gewesen sein, welche die russische Revolution und die daraufhin eingetretenen Christenverfolgungen zu verantworten hatte.

Auch sonst offenbart Lefebre einiges über die Gedankenwelt der Gruppe:

“Wir sind nicht gegen den Papst. Wir treten für die Tradition ein. Gerade deshalb respektieren und anerkennen wir den Papst. Wenn der Papst jedoch liberal ist und die Irrtümer des Konzils begünstigt, dann können wir das nicht billigen. Auf diesem Weg können wir dem Papst nicht folgen. Man könnte es mit einem Familienvater vergleichen, der seine Kinder zum Stehlen anstiftet. Die Kinder müssen ihm in diesem Fall nicht folgen. Wenn nun von uns verlangt wird, unseren Glauben zu mindern, zu vergiften und zu verändern, dann werden wir dieser Anweisung nicht folgen.

Der wesentlichste und gefährlichste Punkt während des Konzils war die Religionsfreiheit. Dieser Punkt war von den Modernisten, wie zum Beispiel von Kardinal Bea und Kardinal Willebrands, gewollt. Das Sekretariat für die Einheit der Christen wurde erst kurz vor dem Konzil gegründet. Dadurch sollten die übrigen römischen Kongregationen gestört werden, die noch traditionell gesinnt waren. Außerdem wurde dieses Sekretariat gegründet, um den Text über die Religionsfreiheit auf einem einfacheren Weg zu genehmigen. Das war der entscheidende Punkt, den die Freimaurer, offiziell vertreten durch B’nai Brith in New York, verlangt hatten. Vergessen wir nicht, daß B’nai Brith den Kommunismus in Rußland eingeleitet hat. Lesen Sie die Bücher von Léon de Poncin. Er schreibt über die letzten Tage des kaiserlichen Rußland im Jahre 1917: “Durch B’nai Brith wurde die sowjetische Revolution finanziert sowie der Zar und alle Vertreter des orthodoxen christlichen Glaubens massakriert, um den vormals zwar christlichen, wenn auch schismatischen Staat aus Haß gegen das Christentum zu beseitigen.” Das ist das Werk von B’nai Brith, einer jüdischen Freimaurersekte, die nur Juden vorbehalten ist. Léon de Poncin schreibt, daß diese Loge damals 120.000 Mitglieder zählte. Vor kurzem las ich in einer Veröffentlichung, daß die Mitgliederzahl inzwischen auf eine halbe Million Personen angewachsen ist. Diese Freimaurersekte findet man überall. Sie kommandieren auf der ganzen Welt. Diese Juden haben alle Banken in ihrer Hand und sind im Besitz aller bedeutenden Geschäfte der Welt, auch in der UdSSR und in Amerika. Sie verleihen Medaillen und Orden für die Religionsfreiheit. Präsident Alfonsin von Argentinien wurde vor einigen Monaten offiziell im Weißen Haus und von B’nai Brith in New York empfangen. Er wurde durch diese Freimaurer mit dem Orden für die Religionsfreiheit ausgezeichnet, da er ein Regime mit Kult- und Religionsfreiheit eingeführt hatte.

Kardinal Bea hat mit dieser Freimaurersekte offizielle Verbindungen aufgenommen. Das ist kein Geheimnis. In einer New Yorker Zeitung konnte man lesen, daß Kardinal Bea an verschiedenen Orten mit Vertretern von B’nai Brith zusammengetroffen ist.

Warum befürworten diese Freimaurer die Religionsfreiheit? Sie können die Behauptung der katholischen Kirche nicht ertragen, daß sie die einzige Wahrheit und die einzig wahre Religion ist. Diese Worte werden sie nie ertragen können.” Quelle: fsspx.at, Marcel Lefebvre vom 27.10.1985 in Ecône

In einer weiteren Rede spricht sich Lefebre gegen einen Dialog mit Juden, Muslimen und Protestanten. Für ihn sind diese Feinde Christi:

“Wir wollen das Königtum Christi verteidigen. Wir wollen treue Diener Christi des Königs sein. Wir werden Seine treuen Kämpfer gegen die Angriffe sein, deren Ziel Er überall ist. Wir müssen es sagen. Hier wie überall, nicht mehr und nicht weniger, sind wir empört über die Akte und die Verlautbarungen, die vom Episkopat kommen. Es sei noch einmal gesagt, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern der heutigen Welt. Über die Zeremonie, die bereits in einigen Tagen in Assisi stattfinden soll, sind wir tief beunruhigt. Wir sind erschüttert, weil bei dieser Zeremonie Unser Herr nicht anwesend sein kann. Wie könnte Unser Herr zusammen mit den Göttern der Heiden und mit denen, die gegen Unseren Herrn kämpfen, anwesend sein? Die Juden sind antichristlich, gegen Christus. Ebenso sind die Muselmanen und die Protestanten gegen Christus, wie Er in der katholischen Kirche gelehrt wird! Wie kann man ein Treffen mit diesen Personen veranstalten, die Feinde Unseres Herrn Jesus Christus sind? Wie kann die Kirche bei diesem Treffen anwesend sein?” Quelle: fsspx.at, Marcel Lefebvre am 12.10.1986 in Bonn

Ein Dank gebührt der IKG-Wien für diesen Tipp. Ich möchte aber an dieser Stelle eine Behauptung aufstellen. Wenn man sich vor Augen führt, dass die Grundlagen des Christentum nicht geändert worden sind, so kann man leicht zukünftige Entwicklungen vorhersagen. Bekannt ist, dass Martin Luther in den ersten Jahren seines Wirkens überaus offen und wohlwollend gegenüber den Juden zu sein schien. Er prangerte den Umgang mit ihnen an und schien sich für ein friedliches Miteinander zu engagieren. Freilich hatte Luther immer vor Augen Juden ins Christentum zu überführen und sie so zu Christen zu machen.

Bereits 20 Jahre später drehte sich der Spieß um. Luther war zu einem ausgesprochenen Feind des Judentums und der Juden geworden und formulierte seine berühmten Thesen wie mit den Juden umzugehen sei. Diese schlossen Enteignung und Versklavung mit ein. Der Juden unterstellte er die “Christenheit” zu berauben und zu erpressen.

Nach der christlichen Reformbewegung, mir scheint die Erneuerung während des 2. Vatikanischen Konzils besonders erwähnenswert zu sein, schien sich das Verhältnis gegenüber Juden und anderen Religionsgemeinschaften zum Besseren gewendet zu haben. Doch immer wieder scheren Gruppierungen aus und entwickeln die gleichen antisemitischen Stereotype. Eine ähnliche Entwicklung wie Luther scheint auch Lefebre genommen zu haben, was er 1977 noch unter der Hand äußerte, propagierte er nur neun Jahre später offen und selbstverständlich.

“Als wir das Seminar von Ecône errichteten, dachten wir niemals daran, daß wir das Ziel derartiger Angriffe durch die Kommunisten, die Sozialisten, die Freimaurer, sogar durch die Juden sein würden. Wir werden von denjenigen angegriffen, die zumindest bis zu einem gewissen Grad Feinde der Kirche sind. Ich spreche von den Juden. Normalerweise spreche ich nicht von den Juden. Ich will nicht von ihnen sprechen, da es sich dabei um einen schwierigen Fall handelt. Es ist deshalb schwierig von den Juden zu sprechen, weil sie eine Rasse sind. Man spricht von einer Rasse, oder von einem Volk. Es ist immer eine heikle Angelegenheit, von einem Volk zu sprechen. Deshalb spreche ich darüber nicht gern. Ich habe deshalb auch in Lille nicht von den Juden gesprochen. Trotzdem werden wir von den Juden angegriffen. In einer israelischen Zeitung ist ein Artikel mit dem Titel “Israel und Ecône” erschienen. Ich habe nie von Israel und von den Juden gesprochen. Diese Zeitung behauptet in ihrem Artikel: “Erzbischof Lefebvre hat in Lille nicht über die Juden gesprochen. Er hat nichts über uns gesagt.” Weiter führt der Artikel an: “Erzbischof Lefebvre ist viel zu klug, um von den Juden zu sprechen. Er weiß jedoch sehr genau, wenn er die Kommunisten und die Freimaurer angreift, daß er auch uns damit angreift. Unter den Kommunisten und den Freimaurern befinden sich unsere Freunde.” Das ist die Meinung der Juden. Ich habe diese Worte nicht erfunden. Die Juden haben es in ihren Zeitungen geschrieben. Ich erzähle daher nur, was sie über uns sagen. Sie sagen, daß wir durch die Freimaurer und die Kommunisten die Juden angreifen. Das steht ihnen frei. Ich habe das nicht gesagt. Ich erwähne es nur, um Ihnen zu zeigen, wie die Feinde der Kirche und die Feinde Unseres Herrn uns angreifen und Ecône gegenüber feindselig gesinnt sind. Sie wissen sehr gut, daß wir an dem Glauben aller Zeiten festhalten und bekräftigen, daß Unser Herr Jesus Christus König ist. Dabei glauben sie, die ganze Welt in ihren Krallen zu haben, also unter ihrer Herrschaft. Die Freimaurer, die Kommunisten und alle diese Menschen glaubten bereits, den Sieg errungen zu haben. Das kleine Ecône, das kleine Haus in Ecône, stört sie. Es ärgert und reizt sie, weil es ihnen nicht erlaubt ist, ihrer Zukunft ganz sicher zu sein. Über diese heutige Versammlung wird morgen in den Zeitungen zu lesen sein. Man wird von Ihnen und von dieser Versammlung sprechen. Über Friedrichshafen wurde berichtet. Man spricht von Widerstand, in Deutschland, Frankreich, Italien. Überall beginnt das katholische Volk die Augen zu öffnen und “nein” zu sagen: “Nein, wir wollen das nicht weiter hinnehmen. Wir wollen die Überlieferung und unseren Glauben bewahren. Wir wollen nicht protestantisch werden. Wir wollen nicht kommunistisch werden und auch keine Freimaurer in unserer Mitte haben.” Sie bekommen Angst vor dieser allgemeinen Bewegung, die sich überall beginnt zu erheben. Wir müssen fortfahren und durchhalten. Nur das wird die Kirche retten. Wir sind die Kirche. Wir werden die Kirche fortsetzen.” Quelle: fsspx.at, Marcel Lefebvre am 06.03.1977 in München

Auch evangelikale Bewegungen zeigen zunehmend antisemitische Tendenzen. Zwar treten sie auf der einen Seite für Israel ein, auf der anderen Seite betrachten auch sie die Juden als Gottesmörder und Feinde des Christentums. Antisemitische Aussagen im Neuen Testament nehmen diese Gruppierungen wörtlich. Was dies These stützt, Geschichte würde sich stets wiederholen.

Christliche Geschichte ist zum Wiederholen verdammt, wenn nicht durch Reformprozesse gegengesteuert wird.