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Unsere Kommunikationsgewohnheiten haben sich in den letzten Jahren stark geändert, beim Surfen und Telefonieren schaut man nur selten auf die Uhr, denn günstige Flatrates haben uns das Leben leichter gemacht. Innerhalb Europas zu telefonieren ist spottbillig, wer jedoch in die Verlegenheit kommt seine Freunde und Verwandte in Israel anzurufen wird kräftig zur Kasse gebeten.
Zwar kann man auf einen der unzähligen Call-by-Call Anbieter zurück greifen und zahlt dann ca. 3Cent ins israelische Festnetz und ab 7Cent für das Mobilfunknetz, doch längst nicht alle kommen in den Genuss der kleinen Preise. Ist man von der Deutschen Telekom zu einem der günstigeren Anbieter, wie Alice oder Arcor gewechselt, so sind Call-by-Call Vorwahlen für einen selbst nicht mehr verfügbar. Zwar surft man nun mit unglaublichen Geschwindigkeiten durchs Internet, der Anruf ins gelobte Land wird dann aber mit bis zu 50Cent pro Minute relativ kostspielig.
Was einem dann bleibt sind Anbieter wie Jajah, die über ein Webformular eine VoIP Verbindung zwischen zwei gewöhnlichen Festnetz oder Mobiltelefonen initialisieren. Man logt sich auf der Webseite ein, tippt die Zielrufnummer ein und tätigt den Anruf. Danach klingelt zunächst das eigene Telefon und dann das Telefon des Gegenübers. Die Qualität ist annehmbar, Aussetzer oder grobe Fehler konnte ich bislang nicht erkennen. An die sonst vom Festnetz gewohnte Sprachqualität kommt man trotzdem nicht heran. Ein weiterer Wermutstropfen, das Jajah-Konto muss im Voraus bezahlt werden. Wer nicht bei den wenigen Deutschen Banken ist mit denen Jajah kooperiert, der muss sein Geld nach Österreich überweisen oder eine Kreditkarte bemühen. Europäische Überweisungen sind zwar nicht teurer als innerdeutsche, aber bequem ist es ganz sicher nicht. Ist diese Hürde genommen, so darf man für entspannte 4 bis 9 Cent telefonieren.
Richtig interessant wird das Spiel, wenn der Gesprächspartner sein Telefon auch bei Jajah anmeldet, dann sind Gespräche zwischen zwei Festnetztelefonen gänzlich kostenlos. Dies gilt u.a. für deutsche, amerikanische und eben auch israelische Nummern. Kein Wunder, denn Jajah ist ein Unternehmen des ICQ (Mirabilis) Gründers Yair Goldfinger. Der Hauptsitz des Unternehmen wurde zwar vor kurzem ins kalifornische Silicon Valley verlegt, eine Niederlassung besteht in Ra’anana (רעננה) aber weiterhin.
Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Skype , dafür spricht die wohl bestmögliche Sprachqualität und die vielen Zusatzleistungen, die man in Anspruch nehmen könnte. Dazu zählt neben der Videophonie auch das reichhaltige Programmangebot, das man mit seinen Liebsten gemeinsam erkunden könnte.
Jedoch setzt Skype eine relativ stabile und schnelle Internetverbindung voraus. In Israel verfügen nicht alle Haushalte über störungsfreie und schnelle Leitungen. Vor allem muss der Computer des Gegenübers immer laufen und mit Skype verbunden sein, um eine Verbindung aufbauen zu können. Aber auch dafür gibt es Lösungen, von Telefonanlagen die direkt über die Netzwerksschnittstelle oder WLAN mit dem Skypeserver verbindungaufnehmen bis hin zu Mobiltelefonen die dies für einen erledigen. Der hohe Anschaffungspreis kann trotzdem abschrecken, die günstigeren Geräte verwenden entweder eine unsichere WLAN Verbindung (WEP) oder setzen wiederum einen laufenden und betriebsbereiten PC voraus, an dem sie per USB andocken.
Verfügt man jedoch über ein Skype fähiges Gerät oder einen entsprechend ausgestatteten PC, so kann man sich auf Sprachqualität auf ISDN Niveau freuen. Vor allem in den späten Abendstunden gibt es kaum Aussetzer oder Tonartefakte.
Eine Stufe cleverer ist der Einsatz eines SIP-Telefons mit einer deutschen Festnetznummer. Dabei wird bei einem deutschen SIP-Provider eine Telefonnummer beantragt und diese entweder in die SIP-Software oder aber in ein SIP-Telefon (Für bestehende analoge Telefone existieren auch günstige VoIP-Adapter) eigegeben. Bei jedem Anruf leitet der SIP-Provider das Gespräch dorthin weiter, wo das Telefon eine Verbindung ins Internet gefunden hat. Man ist mit seiner Ortsnummer (bspw. 0201-XXXXX) Nummer dann überall auf der Welt erreichbar. Voraussetzung ist allerdings ein entsprechender Internetrouter und eben auch ein schneller Internetanschluss. Über die Rechtmäßigkeit des Einsatzes einer deutschen Festnetznummer kann ich an dieser Stelle keine Aussage treffen (dazu bitte die jeweiligen AGBs studieren!). Jedenfalls wird für die Beantragung einer solchen Nummer immer eine deutsche Postanschrift vorausgesetzt.
Ist die relativ komplizierte Konfiguration des Telefons jedoch erledigt, so kann man seine Freunde in Israel über eine deutsche Ortsnummer erreichen. Es fallen dann lediglich Ortsgebühren an. Eine eigene schnelle Internetleitung wird nicht mehr benötigt! Viel Erfolg…!
[...] etwas über einem Jahr beschrieb ich in einem Beitrag, wie man kostengünstig oder sogar kostenlos nach Israel telefonieren kann. Nun hat sich auf dem Markt einiges getan. Bemerkenswert ist, dass man mit [...]
vielen dank