Springerpresse, Zionistenpresse? Der Muslim-Markt, eine bekannte, wenn auch durch und durch groteske Internetseite für Muslime, widmet eine ganze Abteilung der so genannten Springer-Presse, die voll und ganz im Dienste Israels stehen soll. So schreibt der Betreiber Dr. Özuguz (So heißt er wirklich!):

Die Springer-Presse wurde von Axel Cäsar Springer nach dem Krieg begründet und stellt derzeit das wohl mächtigste Sprachrohr zionistischer Interessen in Deutschland dar. Axel Springer hat niemals ein Geheimnis aus seiner extremen und einseitigen Unterstützung für „Israel“ und den Zionismus gemacht. So hat er z.B. das oberste Stockwerk des Springer-Hauses ganz dem Zionismus und „Israel“ gewidmet und dort eine Ausstellung diesbezüglich eingerichtet. Von Anfang an schrieb seine Presse für „Israel“ und gegen Palästina.

Bereits bei seinem ersten Besuch in Israel 1966 spendete Springer rund 3,6 Millionen DM für das Israel Museum (das war damals noch viel mehr wert). Seine Großzügigkeit gegenüber allen zionistischen Organisationen und Organisationen, die „Israel“ nahe stehen hatte auch später bestand. So konnte z. B. die Shoah GmbH mietfrei ein paar Räume in einem Springer-Haus nutzen. Springer trägt auch alle Bürokosten, vom Aktendeckel bis zur Telefonrechnung, die bei der Shoah GmbH anfallen.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Pseudostaates „Israel“ widmete der Springer-Verlag eine Ausstellung des Fotografen Micha Bar-Am der Staatsgründung in der Axel-Springer-Passage in Berlin. Quelle: Muslim-Markt.de, Dr.Yavuz Özoguz

Was daran verwerflich sein soll kann ich nicht nachvollziehen. Lässt man das Geblubber weg, dann liest man Ehrenvolles. Springer setzt sich gegen das Vergessen des Holocaust ein, finanziert ein Israel-Museum, stellt Informationen über die Gründung der einzigen Demokratie im Nahen Osten aus. Was bitte schön, soll daran verachtenswert sein? Ist jeder, der den Holocaust anerkennt und an ein jüdisches Museum spendet ein schlimmer Zionist? Und wenn schon Zionist, was ist so schlimm daran?

Jedenfalls ist Kritik an Springer längst zur Mode geworden, die Welt-Redaktion lässt es sich aber trotzdem nicht nehmen gebührend auf haltlose Vorwürfe zu reagieren.

Der Muslim-Markt wettert aber auch sonst heftig gegen Israel und beteuert der Israel Boykott ginge nicht gegen die Religion des Judentums, sondern nur gegen Zionisten und den westlichen Lebensstiel. Durchgehend bezeichnen die frommen und selbstverständlich überaus rechtschaffenden Autoren Israel als „Pseudostaat“, welcher „die gesamte Region mit Terror und Schrecken“ übersät. Eine eklatante Verdrehung der Tatsachen und des Terrors, welcher von muslimischer Seite seit Jahrzehnten gegen die jüdische Bevölkerung ausgeht.

Seit Staatsgründung (von der UNO übrigens anerkannt und gewollt, von den arabischen und muslimischen Staaten nicht) gab es bereits fünf handfeste Kriege, seit acht Jahren wird das Land von bisher 10 000 Raketen übersät. Angesichts der Gewalt gegen israelische und vor allem jüdische Zivilisten vom „israelischen oder zionistischen Aggressors“ zu sprechen ist töricht.

Über einige Links auf meine ganz eigene „Israil Boykott“ Seite würde ich mich deswegen freuen!

About Roman

Das ist mein Profil. Es gibt viele Profile, doch dieses gehört mir. Ohne mein Profil bin ich nichts und ohne mich ist mein Profil nichts.

One Thought on “Springerpresse, Zionistenpresse?

  1. Pingback: » Darf man Israel kritisieren?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 

Post Navigation