Was ist daran verwerflich, wenn in Jerusalem Juden und Araber leben? Was ist schlimm daran, wenn diese Geschäfte mit einander treiben und gemeinsam ihre Geschichte entdecken? In „arte REPORTAGE“ geht es in der Sendung vom 13.04.2009 unter anderem um den Konflikt rund um die archäologischen Funde in Jerusalem.

Eine israelische Stiftung unter dem Namen „Elad“ gräbt ohne finanzielle staatliche Unterstützung überall dort, wo jüdische Geschichte vermutet wird und hat enorme Erfolge vorzuweisen. Immer wieder werden nicht nur kleinere Objekte offengelegt, sondern Goldschätze und ganze Siedlungen.

Die arabischen Vertreter schlagen Alarm, denn mit jedem Fund wird deutlicher wie fest verwoben jüdisches Leben mit dem Land Israel ist. Auch etwas anderes stört die Araber, Juden kaufen alles auf, was auf dem Markt angeboten wird. Bei einem unscheinbaren Parkplatz unweit des Tempelberges lieferte sich die arabische Regierung einen Bietmarathon mit der Stiftung Elad und verlor. Ausgrabungen forderten später überwältigende Schätze ans Tageslicht.

Die Araber sprechen nun davon, dass Juden Jerusalem kolonisieren wollen, das höchste islamische Gericht erließ eine Fatwa wonach der Verkauf von „Eigentum“ an Juden strengsten verboten ist. Scheik Taysir Tamini will die wahren Gründe für die Tätigkeit der Juden ans Tageslicht bringen und jeden Abweichler von der Fatwa wie einen Hochverräter verfolgen. „Der heilige islamische Charakter der Stadt“ soll so geschwächt werden, wirft er den „Zionisten“ mit grimmiger Mine vor. Auch die Al-Aqsa Moschee wollen die Zionisten zerstören, so Tamini.

Doch auch schon die Anmoderation der Sendung „Jerusalem heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime“ deutet an, dass an dieser Stelle kein Einwand seitens der Reporter zu vernehmen ist. Stattdessen wird auch noch kommentarlos ein antisemitischer Zeichentrickfilm gezeigt, der Juden beschuldigt Tunnel zu graben, um die Al-Aqsa Moschee einstürzen zu lassen.

Dabei bauen und bewohnen palästinensische Araber Häuser, die ohne Baugenehmigung errichtet worden sind. Eben diese Häuser sind auf archäologisch wichtigen Plätzen errichtet worden. Auch hier vermuten die Araber einen Komplott gegen sie.

Die Redakteure kommentieren: „Inzwischen haben sich die USA in Person ihrer Außenministerin Hillary Clinton heftig gegen die Ausweitung der jüdischen Grabungsaktivitäten ausgesprochen – ein erster Konflikt zwischen der neuen israelischen Regierung und der Regierung Obama. Die EU hat sich der Position der USA angeschlossen. Und die muslimischen Länder sprechen von einem Flächenbrand in der gesamten Region, der ausbrechen könnte, falls die „Elad“-Stiftung nicht sofort damit aufhört, im Ost-Teil Jerusalems nach Spuren des Königreichs von David zu graben.“

Für mich stellt sich die Frage warum Juden nicht ihre Geschichte erforschen sollten. Schließlich gibt es nicht einmal theologische Vorbehalte seitens der arabischen Vertretung. Selbst im Koran, der offensichtlich die Grundlage des oben erwähnte islamischen Gerichts ist, steht prophezeit, dass Israel dem jüdischen Volk verheißen ist. Die Stadt Jerusalem kennt der Koran nicht einmal.

Was kann es also anstößiges daran geben, wenn Araber freiwillig ihre Häuser an jüdische Investoren verkaufen? Schließlich ist der Handel die Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Vielleicht investieren die Araber das Geld später in die eigene Zukunft, eine gesunde Infrastruktur oder in beliebige andere Immobilien.

Die Sendung ist noch einige Tage im Arte-Archiv vorhanden.

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