Tel Aviv Berlin – Ein Reisebuch verbindet Welten

Zwei Städte – zwei Kulturen – ein Projekt: „Tel Aviv Berlin – Ein Reisebuch“ erzählt 16 urbane Geschichten aus dem Alltag zweier Städte der Kontraste. Auf Initiative von
Märchenland – Deutsches Zentrum für Märchenkultur trafen sich 8 israelische und deutsche Comic-Künstler um Heimat und Fremde neu zu entdecken und Klischees auszuräumen.

„Denn der fremde Blick lenkt den eigenen über das längst Bekannte hinaus, und der vertraute Blick hilft dem ersten übers bloße Staunen hinweg.“ (Andreas Platthaus)
Entstanden ist ein vielgestaltiges Kunstbuch, eine Collage von Impressionen, Assoziationen und Perspektiven sowie ein dazugehöriger Dokumentarfilm und Audioguide entlang ausgewählter Schauplätze in Berlin und Tel Aviv. Gefördert durch die Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum.

Künstler aus Israel: Yirmi Pinkus, Rutu Modan, Batia Kolton, Mira Friedmann und Itzik Rennert von der Künstlergruppe „Actus“
Künstler aus Deutschland: Anke Feuchtenberger, Jan Feindt, Henning Wagenbreth

Detaillierte Informationen über das Reisebuch in deutscher und hebräischer Ausgabe
sowie über den Dokumentarfilm und Audioguide bitte bei Märchenland erfragen.

In einigen Wochen erscheint im dtv Verlag die deutsche Erstausgabe „Undermensch“ von Anatol Chari mit Timothy Braatz.

„Undermensch“ ist der Zeitzeugenbericht eines der wenigen Überlebenden aus dem Ghetto von Lodz: Chari war ein Mitglied des dortigen Sonderkommandos, der jüdischen Polizeitruppe. Der Vorsitzende des Judenrats, ein Freund seines bereits deportierten Vaters, hielt seine Hand schützend über ihm. Diese Umstände sicherten ihm eine ausreichende Ernährung, warme Kleidung, eine eigene Wohnung und legten so die Grundlagen für sein Überleben nach der Deportation in die KZs Auschwitz, Groß-Rosen und zuletzt Bergen-Belsen. Er hatte sehr viel Glück, denn immer wieder gab es Wendungen, die ihm das Leben retteten, oftmals aber auch zu Ungunsten von anderen. Anatol Chari hat sich Zeit seines Lebens damit auseinandergesetzt, warum ausgerechnet er überlebte und andere nicht.

Schonungslos offen und nicht ohne Ironie schildert Anatol Chari sein Überleben durch Glück und Privilegien.

Israels Existenzkampf - Eine moralische Verteidigung seiner KriegeIst es, möglich den Konflikt zwischen Israel und den arabischen Staaten in einem Buch zusammenzufassen und begreifbar zu machen? Die Antwort muss „nein“ lauten, Yaacov Lozowick versucht in seinem Buch „Israels Existenzkampf“ zumindest eine „moralische Verteidigung“ der israelischen Kriege zu geben.

Auf rund 325 Seiten schafft es der Historiker tatsächlich, mit einer persönlich Note und überzeugenden Ehrlichkeit, einen Einblick in die vielfältige israelische Wirklichkeit zu geben. Erklärt geschickt Zusammenhänge, skizziert die politische Wirklichkeit, zeichnet Reaktion und Gegenreaktion nach und gibt Erklärungen für einzelne Phasen des Konflikts. Der Leser unternimmt eine Reise durch eine wechselvolle Geschichte und lernt dabei, leicht verständliche, realitätsnahe Fakten kennen.

Das vielleicht wichtigste Verdienst des Buches bleibt dabei das Aufzeigen einer jüdischen Ethik innerhalb des Konflikts, dabei wird nicht unterschlagen, wenn gegen diese verstoßen wurde.

Trotz erlebter Enttäuschungen und Rückschlägen wirkt der Autor niemals verbissen, nie zu fordernd, bleibt sachlich, büßt aber nicht an Authentizität ein. Damit eignet sich das Buch für einen Einstieg in die Thematik und regt zu weiteren Recherchen und Überlegungen an. Auch als Ergänzung zu tiefgehender wissenschaftlicher Literatur ist das Buch geeignet.

Die Bundeszentrale für politische Bildung führt das Werk in ihrer Schriftenreihe, es kann sowohl über den regulären Handel, als auch dort bezogen werden. Der Preis liegt bei 4,00 €. Ein ideales Geschenk.

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