Diesen Roman über den Niedergang einer Lübecker Kaufmannsfamilie schrieb THOMAS MANN (1875-1955) um die Jahrhundertwende. Als er seinem Verleger SAMUEL FISCHER im Jahre 1900 das über 1000 Seiten dicke Manuskript schickte, war Fischer erschrocken. Er fürchtete, ein so umfangreiches Buch von einem damals unbekannten Autor würde sich nicht verkaufen lassen. Deshalb verlangte er eine Kurzfassung des Textes. Das lehnte der Autor natürlich ab und so kam es erst 1901 zu einer zweibändigen vollständigen Ausgabe. Das Buch gehört bis heute zu einem der meistgelesenen klassischen Romane.

Trotz vieler Figuren ist die Handlung klar gegliedert und deshalb nicht schwer zu verstehen:

Wir befinden uns im 19.Jahrhundert in der alten Hansestadt LÜBECK. Die Familie Buddenbrook ist hier durch Getreide-Handel reich geworden. Auch im politischen Leben, im Amt eines Senators, hat das Oberhaupt der Familie großen Einfluss und kann im Interesse der Kaufleute arbeiten. Der soziale Status ist für die Kinder des alten Konsulpaares Buddenbrook immer wichtiger als das persönliche Glück.

Die Söhne Thomas und Christian sollen ebenfalls erfolgreiche, disziplinierte Kaufleute werden. Tochter Tony muss einen Kaufmann aus ihrer Gesellschaftsschicht heiraten, damit das Vermögen der Familie vergrößert werden kann. Aber – Sie ahnen es schon –die Zeiten haben sich geändert! In der Politik muss sich der Senat mit den Forderungen der Arbeiter nach mehr Mitbestimmung und besserer Bezahlung auseinandersetzen. Eine Revolution erschüttert die Gesellschaft in ihrer bisher festen Ordnung. Mit der Familie und der Firma geht es bergab. Statt ihrer großen Liebe aus einfachen Verhältnissen fällt Tony auf einen Betrüger herein, der nur ihr Geld will. Der jüngere Bruder Christian kann sich der Firmen-Disziplin nicht unterwerfen und wird zur Belastung. Thomas ist der Einzige, der gegen die neue Zeit ankämpft und die Firma retten will. Sein Versuch, die alten Privilegien (Sonder-Rechte) und das Vermögen zu retten, gelingt nicht.

Diese Geschichte vom Aufstieg und Niedergang am Beispiel einer Großfamilie ist von HEINRICH BRELOER beeindruckend verfilmt worden. Breloer ist als Autor und Regisseur für seine Filme zur deutschen Geschichte mehrfach ausgezeichnet worden. Besonders sein Dokumentations-Drama „Die MANNS“ (Biografie der Familie von Thomas Mann) hat ihn bekannt gemacht.

Der Film „BUDDENBROOKS“ läuft jetzt im Kino, er wird aber auch im Laufe des Jahres im Fernsehen gezeigt werden.

K. Ch.

Max Breslauer lebt als Sohn eines erfolgreichen jüdischen Textilhändlers in Amsterdam ein bewegtes Leben zwischen Tradition und Verschwendung. Erst als er mit überhöhter Geschwindigkeit fast einen Verkehrsunfall mit einer chassidischen Familie verursacht, gerät sein Leben aus dem Gleis.

Auf der Couch seiner Psychoanalytikerin beginnt er endlich, den Konflikt mit seinem dominanten Vater, der das KZ überlebt hatte, aufzuarbeiten. Wie der rebellische Max und sein angepasster Bruder nach dem plötzlichen Tod des Vaters doch noch einen ganz eigenen Weg zu einem selbstbestimmten Leben finden, das ist voller Witz, Tempo und philosophischer Raffinesse brillant erzählt.

Autor: Leon de Winter wurde 1954 als Sohn einer orthodox jüdischen Familie in den Niederlanden geboren. Er schrieb Romane, Erzählungen, Drehbücher und Zeitschriftenartikel. Alle seine autobiografisch geprägten Figuren setzen sich existenziell mit ihrem Judentum und ihrer Sexualität auseinander. Humor und Tragik halten sich in seinen Texten die Waage. – De Winter beteiligt sich in der internationalen Presse engagiert an der Diskussion über den Islamismus und seine Auswirkungen auf Europa und den Staat Israel.

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Die Entstehung dieses Romans – vom Sommer 1914 bis zum Versiegen des Schreibens im Januar 1915 – war von besonders prägnanten Phasen in Kafkas Leben gekennzeichnet. Im Juli 1914 fand die Auflösung der Verlobung mit Felice Bauer statt. Sowohl die Verlobung als auch die Entlobung waren für Kafka mit starken Schuldgefühlen verbunden. Eine abschließende Aussprache hierzu im Berliner Hotel „Askanischer Hof“ in Anwesenheit von Freunden hatte Kafka als „Gerichtshof“ empfunden. Unmittelbar danach begann er mit der Arbeit zum Process. Der Erste Weltkrieg brach aus. Ab dem Herbst 1914 wohnte Kafka erstmals unabhängig von seinen Eltern in einem eigenen Zimmer. Seine Arbeit schritt zunächst gut voran, in zwei Monaten entstanden rund 200 Manuskriptseiten, kam aber – wie bei ihm häufig – bald zum Erliegen. Er beschäftigte sich nun u. a. mit der Erzählung „In der Strafkolonie“. Der Process entstand nicht in linearer Abfolge: Es lässt sich nachweisen, dass Kafka zuerst das Eingangs- und das Schlusskapitel niederschrieb, danach schrieb er an einzelnen Kapiteln parallel weiter. Anfang 1915 wurde der Roman dann unvollendet beiseite gelegt und nie vollendet. Kafka schrieb den Process in Hefte, die er auch für die Niederschrift anderer Texte verwendete. Diese Blätter hat er später herausgetrennt und sie nach Kapiteln und Fragmenten neu sortiert, ohne dabei eine bestimmte Reihenfolge der Teile festzulegen.

Dieses und viele andere Werke von Franz Kafka sind online verfügbar: Der Prozess, Der Gruftwächter, Die Synagoge von Thamühl

Nachdem ich zum Geburtstag das Buch „Die Holocaust Industrie“ von Norman Finkelstein bekommen habe, worüber ich mich natürlich sehr gefreut hatte. Werde ich meinem christlichen Schenker auch ein Weihnachtsgeschenk machen.

Ich musste nicht lange suchen und entschied mich für Broders Buch „Der ewige Antisemit“

Ein Auszug aus dem Wikipedia-Artikel über Henryk M. Broder:

Broder kam 1958 mit seiner Familie nach Deutschland und lebte zunächst in Köln. Der spätere Journalist studierte hier Volkswirtschaft und Jura. Ende der sechziger Jahre arbeitete er in Hamburg – zeitgleich u.a. mit dem heutigen SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust und dem Fotografen Günter Zint – als Autor bei den St. Pauli-Nachrichten. In den 70ern schrieb er für das Satiremagazin Pardon. 1981 begann er kurzzeitig in Israel zu arbeiten, veröffentlichte aber weiterhin u.a. in Die Zeit, profil, Weltwoche und Süddeutsche Zeitung. In den 80er Jahren moderierte Broder u.a. zusammen mit Elke Heidenreich die SFB-Talkshow „Leute“ aus dem Café Kranzler in Berlin. Es entstand zudem eine Reihe von Büchern, die sich mit dem deutsch-jüdischen Verhältnis auseinandersetzten. Broder unterstützte von Anfang an den Irak-Krieg und den Sturz des israelfeindlichen Regimes von Saddam Hussein. Innenpolitisch gehört Broder zu den schärfsten Kritikern einer von ihm als Appeasement bezeichneten unkritischen Haltung weiter Gesellschaftskreise gegenüber dem islamistischen Extremismus und Terrorismus.

1986 erhielt Broder den Hauptpreis des 5. Internationalen Publizistikwettbewerbs in Klagenfurt für die politische Satire „Das 12. Bundesland“. Im Jahre 2005 folgte der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen. Broder selber verleiht auf seiner Homepage den satirisch gemeinten Preis „Schmock der Woche“.

Broder ist Mitglied des publizistischen Netzwerks „Die Achse des Guten“. Meist täglich kommentiert er in dessen Weblog das Tagesgeschehen.