Kann man den Judenhass der Palästinenser noch zumindest nachvollziehen, so bleiben Übergriffe muslimischer Palästinenser auf ihre christlichen Brüder ein trauriges Beispiel dafür was den Christen unter palästinensischer Verwaltung noch bevorsteht. 1600 palästinensische Araber leben in der Ortschaft „Jifna“, 900 gehören der christlichen Religionsgemeinschaft an. Dies hinderte die Täter nicht Kirchen, Grabsteine und Statuen zu schänden, sondern spornte sie vermutlich noch an. Die Wut gegen die Israelis wird auf alles fremde gelenkt, hier auf eine Minderheit, die nichteinmal in einer christlich geprägten Stadt ihre Ruhe findet. Fehlen nur noch Pogrome, dann lägen die Parallelen auf der Hand.

Über die Hintergründe ist wenig bekannt, eine Aufklärung wird vermutlich scheitern – falls diese überhaupt stattfinden wird. Eine Meldung für die deutschen Medien ist es sicherlich auch nicht, denn dann kommt das Bild Israels ins Schwanken. Schließlich leben unter jüdischer Verwaltung alle Religionen friedlich zusammen, während muslimisch-palästinensische Araber Andersgläubige unterdrücken und zurückdrängen und heftig Islamisieren.

Unter dem Deckmantel von Integration und Jugendhilfe gehen evangelikale Christen nicht nur in Deutschland zunehmend auf Stimmenfang. In den USA stellen „neugeborene Christen“ über 22% der Wählerschaft dar und nehmen direkt Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Doch auch hierzulande wächst die evangelikale Lobby und die Gemeinden verzeichnen starken Zulauf junger Menschen.

Den Einfluss fundamentalistischer Kräfte haben nun zwei Jungjournalisten der Schülerzeitung Q-rage zu spüren bekommen. Betreut durch SPIEGEL Online Redakteure berichteten sie unter dem Titel „Die evangelikalen Missionare“ über das „Christival“ in Bremen, wo tausende teils radikal-fundamentalistische Christen Seminare und Konzerte veranstalten durften.

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Adrian Michael ist Rabbinerstudent am Potsdamer Abraham Geiger Kolleg. Er ist derzeit in seinem zweiten Ausbildungsjahr. Die Ausbildung beinhaltet neben den praktischen Aspekten des Berufes (u.a. Seelsorge, Liturgie, Quellenstudien, Chasanut) ein akademisches Studium an der Universität Potsdam. Hier studiert er zurzeit Jüdische Studien und Religionswissenschaften.

Adrian geht sehr offen mit seinem Judentum um, er ist, wie auch die anderen Studentinnen und Studenten des Geiger Kollegs jederzeit ansprechbar für Fragen zum Judentum und aktiver Partner im jüdisch-christlichen Dialog. Aber es gibt für ihn auch Grenzen im aufeinander Zugehen, vor allem dann, wenn seine eigene Identität als Jude in Frage gestellt, oder abgewertet werden soll. Von einem solchen Fall berichtete er kürzlich in seinem Webblog (http://adi5767.wordpress.com). Er zeigt erneut, wie ignorant Messianisten bei ihren Missionsversuchen vorgehen:

Nun erlebt man ja schon mal das eine oder andere, wenn man als erkennbarer Jude auf Deutschlands Straßen unterwegs ist und klar ist auch, das einem ab und an mal der Puls fast davon rennt, aber doch kommt es immer mal wieder vor, dass einem eine Begegnung den Atem verschlägt und man sich fragt, ob man noch im richtigen film ist.

So bringt mein Campus-Leben in der Uni-Potsdam die einen oder anderen fragenden blicke mit sich, mehr oder weniger dumme oder kluge fragen zum Judentum, Diskussionen um Kippa in der Öffentlichkeit oder nicht und auch mal “schräge” sonstige Ereignisse, aber Höhepunkt meines letzten Semesters in diesem sinne war der versuch zweier älterer Herren mich davon zu überzeugen, das ich nur unzureichend an G’tt glauben würde, wenn ich nicht an Jesus glauben würde.

Aufgefallen sind mir die beiden schon eher, aber bisher haben sie mich nicht weiter interessiert, weil ich mir dachte, dass hier halt zwei als Gaststudenten studieren, die einen starken christlichen glauben haben, aber trotzdem etwas über ihre “jüdischen wurzeln” in ihrem glauben erfahren wollten. in diesem Semester aber legten sie sich richtig ins zeug. im Grunde erhielt jeder, der erkennbar, oder weniger erkennbar jüdisch ist ihre Schriften in die Hand gedrückt und wurde von ihnen ins Gespräch verwickelt. für meinen russischsprachigen Kommilitonen holten sie sich russischsprachige Unterstützung, für unseren amerikanischen Gastprofessor gab es Broschüren auf englisch und Diskussionen in der Vorlesung (”wie können Juden G’ttes Wort ablehnen und behaupten, dass die Tora nicht im Himmel ist”) und für mich eben die Attacke zwischen Tür und Angel von eben jenen beiden, gleich von zwei Seiten aus – ich saß sozusagen in der Missionsfalle.

Meine Ablehnung ihrer Schriften wurde mit Unverständnis aufgenommen, ich würde schließlich die Chance, meinen Horizont zu erweitern, ablehnen. meine zunächst freundliche Erwiderung, ich würde ihren glauben als einen weg respektieren, so mögen sie doch bitte meinen glauben respektieren, wurde von ihnen wiederum lächelnd ignoriert, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als eher unfreundlich, mich zwischen beiden durchquetschend die flucht anzutreten. übrig blieb ein genervtes Gefühl.

Grundsätzlich bin ich jemand, der offen und positiv mit seinem glauben umgeht, in der Regel verstecke ich mein Jüdischsein nicht. wenn man mich fragt, gebe ich bereitwillig Auskunft. aber eines ist mir völlig fremd, ich versuche nicht andere von meinem glauben zu überzeugen, erst recht nicht, wenn sie erkennbar einen eigen glauben haben, in dem sie sich sichtbar zuhause fühlen. und genau das ist der punkt, den diese beiden Herren überschritten haben. ich habe sie nicht gefragt, also sollen sie ihre frohe Botschaft bitte für sich behalten. die Universität ist nicht ihre Kirche, in der sie mich anquatschen dürfen.

Mein erleben ist im vergleich zu anderen Geschichten sicher noch harmlos und bedarf keiner weiteren Aufregung, jedoch verweise ich auf Schilderungen die deutlich machen, dass Judenmission bei genauer Beobachtung keine harmlose Geschichte ist. nachzulesen auf auf der Website http://www.solutix.de/