Mission Gottesreich - Fundamentalistische Christen in Deutschland (u.a. Glaubensgeneration)Mit ihrem Buch „Mission Gottesreich“ legen die beiden Autoren Oda Lambrecht und Christian Baars ein umfassendes Werk über die Evangelikale Szene in Deutschland vor. Fast spielerisch wird der Leser durch relevante Themen geführt, erfährt auf rund 200 Seiten Besonderheiten und Ausrichtungen der größten Gemeinschaften in Deutschland, lernt aber auch Ansichten und Arbeitsmethoden der Gemeinden kennen.

Dabei verlassen sich die Autoren nicht nur auf Fachliteratur und bereits bestehende Medienberichte, sondern sind auch selbst aktiv geworden. Fundamentalistische Gemeinden und deren Veranstaltungen wurden ebenso aufgesucht, wie mit Anhängern, Aussteigern und Theologen gesprochen, Internetforen beobachtet, Veröffentlichungen bibeltreuer Christen ausgewertet, unzählige Predigten analysiert.

Die Bilanz ist vernichtend. Christliche Fundamentalisten sind radikal, die Bibel für sie Lebens- und Glaubensgrundlage, andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde, Sex vor der Ehe ist verpönt, die Evolutionstheorie wird bezweifelt.

Die vielleicht größte Leistung des Werkes sind aber nicht die zahlreichen Quellen und direkte Gespräche die geführt worden sind, sondern die Eigendemaskierung der frommen Funktionäre und Gemeindeleiter. Darüber hinaus werden aber auch wichtige Fragen gestellt, wie etwa die danach warum die Evangelische Kirche in Deutschland sich an die Evangelikalen anschmiegt und so eigene Werte aufgibt.

Die Sach- und Personenregister machen das Buch zu einem weitestgehend vollständigen Nachschlagewerk und helfen bei weiteren Recherchen.

Berichtet wird unter anderem über die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) mit Sitz in Korntal bei Stuttgart, die Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ (Freudenstadt-Baiersbronn) sowie der Christliche Medienverbund KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten), ERF Medien (Evangeliums-Rundfunk) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (alle Wetzlar). Kritisiert werden auch charismatische Werke und Gemeinden, darunter das von Reinhard Bonnke geleitete Missionswerk „Christus für alle Nationen“ (Frankfurt am Main), die Biblische Glaubensgemeinde Stuttgart mit Pastor Peter Wenz, die Evangeliumskirche Glaubensgeneration (Duisburg) mit Pastor Alexander Epp.

Auf der Internetseite zum Buch werden Reaktionen gesammelt.

Die Autoren

Oda Lambrecht: Jahrgang 1976; Studium der Politikwissenschaft und Journalistik in Leipzig und Hamburg; neben dem Studium Beiträge für verschiedene überregionale Zeitungen und freie Mitarbeit beim NDR; 2004 bis 2006 Volontariat beim SWR; ab April 2006 freie Fernsehreporterin beim SWR in Mainz; ab Juli 2006 Redakteurin bei ARD aktuell in Hamburg für »Tagesschau« und »Nacht Magazin«; ab 2006 auch Beiträge für die ARD-Hörfunksender NDR Info und SWR2.

Christian Baars: Jahrgang 1976; Studium der Romanistik und Politikwissenschaft in Hamburg und Dakar; neben dem Studium freie Mitarbeit beim NDR, 2002-2003 Volontariat beim NDR; ab September 2003 Redakteur bei ARD aktuell in Hamburg für die »Tagesschau«; ab März 2004 freier Reporter vor allem für NDR Info und das ARD-Magazin »Panorama«; seit September 2008 Referent beim Norddeutschen Rundfunk im Programmbereich »Programmbegleitende Dienste / Multimedia«.

Ch. Links Verlag, 2009.
Preis: 16,90 Euro.
ISBN: 978-3-86153-512-6
Ausstattung: Broschur
Format: 12.5 x 20.5 cm
Seitenzahl: 248

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Die Bezirksregierung Duisburgs verlangt nach Aufklärung, ein Pastor spricht von einer Sekte, wie man auch immer man das Phänomen „Glaubensgeneration“ nennen mag, das „Hallen-Wunder“ scheint sich bewahrheitet zu haben.

Für 2,6 Millionen erbaut sich der Pastorensohn Pavel Epp eine Mega-Church auf die russische Art. Das Geld soll aus Spenden, dem so genannten „Zehnt“, der Rest aus Vermietung stammen. Was jahrelang von Volksvertretern und Kirchen als bemerkenswerte Integrationsleistung abgetan wurde, trägt jetzt Früchte und der russische Bär zeigt sein wahres Gesicht.

500 Sitzplätze soll die Halle an der Albert-Hahn-Straße erhalten und wird Duisburg Großenbaum wohl nachhaltig prägen. Wir liefern einen Pressespiegel und setzen uns mit dem Verein „Evangeliumskirche Glaubensgeneration“ kritisch auseinander.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung: WAZ

Statt einer Kirche wird ein Medienzentrum gebaut

„In der Bezirksvertretung verlangte die SPD jetzt Aufklärung über den überraschenden Wandel des Projekts an der Albert-Hahn-Straße in Großenbaum…“

Duisburg Süd, 24.07.2008, Text: Martin Kleinwächter; Foto: Jürgen Metzendorf

Sekten haben im Süden wenig Chancen

„So schätzt jedenfalls Gerhard Haack, der Sektenbeauftragte im Kirchenkreis Duisburg, die Situation ein.“

Duisburg Süd, 10.02.2008, Von Andreas Rüdig

Auf die Innenstadt fixiert

„Erika Bunke thematisierte eine überraschende Baugenehmigung zugunsten der „Glaubensgeneration“ an der Albert-Hahn-Straße (wir berichteten), nachdem ein erster Vorstoß der Stadtverwaltung zurückgezogen worden war. Dazu erklärte Bezirksvertreter Dietmar Eliaß: „Wir Bezirksvertreter werden ausgetrickst: So etwas gab es in dieser Stadt bisher nicht.““

Duisburg Süd, 14.01.2008, Von Martin Kleinwächter

Das Hallen-Wunder

„Die Evangeliumskirche „Glaubensgeneration“ zieht ins Telekom-Gebäude an der Albert-Hahn-Straße in Großenbaum. Dort soll eine Halle mit 500 Plätzen entstehen. Bei der Suche nach einem Kreditgeber soll das Gebet helfen…“

Duisburg Süd, 26.11.2007, Von Martin Ahlers

Westdeutscher Rundfunk: WDR

„Calvary Chapel“ und „Christenzentrum“: Vielfalt am Rande

„[…] die neue „Glaubensgeneration“ mit Sitz in Duisburg: Sie missioniert stark unter Spätaussiedlern, Russlanddeutschen, versucht auch gezielt jüdische Aussiedler zu gewinnen. „Die greifen mit klaren Anweisungen in das Privatleben ein.“ Allesamt Gruppen mit strengen Glaubensgrundsätzen, einer straffen Struktur und wenig Interesse an der Ökumene.“

Christentum, 28.09.2007, Von Marion Kretz-Mangold

Sächsische Zeitung

Radebergerin geht im Westen Kirche gucken

„“Die Evangeliumskirche „Glaubensgeneration“ basiert auf den Grundlagen des christlichen Glaubens und ist somit keine Sekte“, versichert Alexander Epp, Pastor der Evangeliumskirche.“ […] „Aber trotz allem, auch wenn es stellenweise doch recht interessant war, nach zweieinhalb Stunden Gottesdienst, Predigt und Gesängen, die dank des Kopfhörers noch das Gefühl einer Gehirnwäsche verstärkten, war ich recht froh, mein Seelenheil für diesen Sonntag gefunden zu haben und die Kirche verlassen zu können“.

Junge Szene Rödertal, 10.02.2005,  Josefine Lamm