Isreael-voelkerrecht-resolu

Die FAZ, nicht gerade ein treuer Freund Israels, fasst es sehr treffend und fair zusammen:

Der Völkerrechtler Wolff Heintschel von Heinegg aus Frankfurt an der Oder, einer der führenden deutschen Seerechtler, hebt hervor, dass Israel damit auch Waffenlieferungen nach Gaza unterbinden dürfe. Er weist auf den fortdauernden Beschuss des Landes hin. Israel dürfe also auch 50 Seemeilen vor der Küste Schiffe kontrollieren. Schließlich sei es möglich, von dort aus mit Schnellbooten innerhalb von nur einer Stunde das Festland zu erreichen. Die Errichtung einer solchen vorgelagerten Zone oder Blockade unter Seekriegsrecht sei „absolut vernünftig und verhältnismäßig“. Den Vorfall könne man selbstverständlich nur beurteilen, wenn alle Einzelheiten bekannt seien, aber die Blockade als solche sei „nicht unrechtmäßig“. Israel sei „auf jeden Fall berechtigt, Schiffe so lange aufzuhalten, bis geklärt ist, ob keine Waffen an Bord sind“.

Sehr lesenswert… Nur leider viel zu spät.

Tatsächlich aber gab es heftige Kritik an Israel – und dann lange nichts. Das zeigt: Es ist eben doch kein Land wie jedes andere. Inzwischen scheint nicht einmal mehr ein normaler, ausgewogener Diskurs über Israel möglich. Die europäische Politik hat sich ausschließlich auf die Jerusalemer Regierung eingeschossen, und die Medien haben herzlich wenig getan, um das Narrativ des ersten Tages, wonach Israel auf machohafte Art überreagiert hat, zu hinterfragen. Und das, obwohl es inzwischen genug Informationen über die Angriffe radikaler Islamisten auf die israelischen Soldaten gibt; obwohl von den Aktivisten gemachte Fotos der übel zugerichteten israelischen Soldaten, die unter Deck verschleppt wurden, veröffentlicht wurden und auch die dunklen Seiten der IHH ausreichend belegt und auffindbar sind – zumindest für Journalisten, die danach suchen wollen.

Endlich zu lesen auf Welt Online.