Im Fall der Jugendzeitschrift Q-rage hat Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher, jungst erklärt:

Grüner warnt vor Maßnahmen gegen „Schule gegen Rassismus“
Kein Nachgeben gegenüber dem Druck der Evangelikalen

Die Kritik an problematischen Entwicklungen in der evangelikalen Szene darf nicht tabuisiert werden. Die agressive Ablehnung der Homosexuellen und die heftige Befürwortung der Judenmission unter manchen Evangelikalen muss thematisiert und auch kritisiert werden können. Zur Demokratie gehört auch der Meinungspluralismus.

Man muss nicht jeden Satz in einem Artikel gut heißen, um die Pressefreiheit zu verteidigen. Journalistisch ist der umstrittene Artikel nicht zu beanstanden. Alle Tatsachenbehauptungen sind mit Quellen belegt, Wertungen sind als solche erkennbar.

Die Hinweise darauf, dass das Bundespresseamt dem Druck der Evangelikalen nachgeben könnte, sind Anlass zur Sorge. Zum wiederholten Mal versucht die Deutsche Evangelische Allianz ihre Muskeln zu zeigen. Es geht ihr um Macht und Einfluss.

Die Bundesregierung sollte die großartige Arbeit der zivilgesellschaftlichen Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nicht gefährden.

Ich habe deshalb heute folgende Schriftliche Frage an die Bundesregierung gerichtet:
„Will die Bundesregierung dem Druck („Der bizarre Kreuzzug zeigt den neuen Machtanspruch christlicher Hardliner““In diesem Kulturkampf streitet eine mächtige Lobby gegen zwei 18-Jährige“ Spiegel online 20.12.2008.)der Deutschen Evangelischen Allianz und der mit ihr verbundenen Organisationen nachgeben, die das Schülerzeitungsheft Q rage kritisieren, weil die zum Teil unter Evangelikalen problematische Haltung gegenüber Juden oder Homosexuellen und das von der Bundesregierung geförderte und umstrittene „Christival“ darin kritisiert wird, und in welcher Form wird und kann sich dies auf die Förderung und Arbeit der Initiative „Schwul ohne Rassismus“ und die Bundeszentrale für politische Bildung auswirken?“  Quelle: Voelkerbeck.de

Selten hat ein Politiker das Problem vieler evangelikaler Gemeinden, so offen angesprochen und spricht auch mir persönlich aus der Seele. Es ist sehr wünschenswert, dass die Politik in einem noch viel größerem Masse den Fundamentalismus und die mit ihm einhergehenden Menschenrechtsverletzungen bekämpft.

Die von russischer Kultur geprägte „Evangeliumskirche Glaubensgeneration“ führt unter einer eigens dafür eingerichteten Seite einen Kreuzzug gegen einen Kritiker und demaskiert sich dabei selbst. Die evangelikale Sekte spielt dabei mit Ressentiments ihrer Mitglieder und liefert Munition für ihre christlich-fundamentalistischen Verfechter.

So greift Sie in einem Pamphlet mit dem Titel „Wer ist der Verfasser der Negativen Seiten???“ die Abstammung eines Kritikers auf und bezeichnet ihn als „fanatischen Juden“. Was danach kommt ist beispielloser und teils menschenverachtender Zynismus.

So sprechen die Verfasser davon, dass das Judentum nicht abgelegt werden kann. Ihrer Meinung nach bleibt ein Mensch jüdischen Glaubens selbst dann Jude, wenn er sich einer anderen Glaubensgemeinschaft anschließt. Dies setzt voraus, dass das Judesein ethnisch und rassistisch definiert wird. Diese Herangehensweise ist nicht neu. Schon der deutsche Antisemitismus vor 1945 nutzte diese rassisch-völkische Sicht, um auch konvertierte Juden weiterhin als Menschen mit angeblich unveränderlichen, ererbten Charaktereigenschaften brandmarken zu können. Durch Verzicht auf Religionsausübung, Austritt aus der Gemeinde, Konversion in eine andere Religion oder Heirat mit Andersgläubigen konnte sich ein so gebrandmarkter Mensch nicht „seines Judentums“ entlegen.

Offensichtlich einverleibt sich eine evangelikale Gruppe weiterhin dieses Muster.

Die Wirklichkeit ist anders und über jeden Rassismus erhaben. Die Geburtsstunde des Judentums schlug vermutlich erst um 450 v.Z., mit dem Auftreten des Priesters Esra. Für Esra war das Glaubensbekenntnis mindestens ebenso wichtig, wie die Abstammung. Doch auch schon zuvor spielten ethnische Merkmale eine untergeordnete Rolle.

Verfolgt man die Geschichte der Hebräer und Israeliten, so erkennt man einen beispiellosen Pluralismus und Multikulturalität. Der Erzvater Abraham ist nach jüdischer Ansicht nicht nur der Vater des jüdischen Volkes, sondern der Ursprung vieler Kulturen. So sollen nach talmudischer Auslegung selbst die Römer auf Abraham zurück gehen.  Bekannter ist allerdings, dass sich der Islam direkt und unmittelbar auf Abraham und seinen Sohn Ismael beruft.

Während der gesamten jüdischen Geschichte, dem Bau und Zerstörung beider Tempel, der glorreichen Könige und Priesterschaft war Übertritt und Konversion ein immerwährendes Thema. Doch niemals wurden rassische Maßstäbe angelegt.

Dieser großen Weitsicht ist es zu verdanken, dass es heute eine weltweit aktive jüdische Gemeinschaft gibt. Äthiopische Juden aus Schwarzafrika, Bergjuden aus Aserbaidschan und Dagestan, Cochin-Juden aus Indien, sefardische Juden aus arabischen Ländern und aschkenasische Juden aus Osteuropa finden im Judentum nicht nur eine kulturelle Heimat sondern auch eine tatsächliche, in der Manifestation des israelischen Staates.

Für die Einwanderung nach Israel ist hingegen nur das Bekenntnis zur jüdischen Religion wichtig. Das Heimkehrgesetz verlangt entweder die Abstammung von mindestens einer jüdischen Ururgroßmutter mütterlicherseits oder die Konversion zum Judentum. Mit Übertritt in eine andere Religion erlischt der Anspruch auf Einwanderung nach Israel – Man ist dann kein Jude mehr.

Das israelische Heimkehrgesetz stellt auch die Grundlange für die Einwanderung von Juden aus Osteuropa nach Deutschland dar. Bisher haben sich 108 Tausend Juden für diesen Weg entschieden und sich einer jüdischen Gemeinde in Deutschland angeschlossen. Sie stellen nun ein leichtes Ziel für Missionierungsversuche evangelikaler Christen in Deutschland dar.

Da sie Russisch sprechen sind diese Juden auch für die „Evangeliumskirche Glaubensgeneration“ und andere Sekten interessant. Treten Juden zum Christentum über, so gelten auch sie nicht mehr als dem jüdischen Volk angehörend und werden das jüdische Leben in Deutschland nicht mitgestalten können. Der Mitgliedsschwund in den jüdischen Gemeinden wird weiter steigen und das evangelikale Christentum von einem großen Wunder sprechen und ihr Missionswerk anpreisen. Eine Vermengung von Christentum und Judentum, wie den Mitgliedern suggeriert wird, ist unter den genannten Umständen nicht möglich.

Das zarte Pflänzchen „Deutsches Judentum“ wird unter den Augen der Landeskirchen niedergetrampelt, die sich ihrerseits dazu verpflichtet hatten angesichts der deutschen Vergangenheit, auf Judenmission zu verzichten.

Judenmission ist keine Integrationsleistung, sondern die Zerstörung des Judentums in Deutschland.

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Die Bezirksregierung Duisburgs verlangt nach Aufklärung, ein Pastor spricht von einer Sekte, wie man auch immer man das Phänomen „Glaubensgeneration“ nennen mag, das „Hallen-Wunder“ scheint sich bewahrheitet zu haben.

Für 2,6 Millionen erbaut sich der Pastorensohn Pavel Epp eine Mega-Church auf die russische Art. Das Geld soll aus Spenden, dem so genannten „Zehnt“, der Rest aus Vermietung stammen. Was jahrelang von Volksvertretern und Kirchen als bemerkenswerte Integrationsleistung abgetan wurde, trägt jetzt Früchte und der russische Bär zeigt sein wahres Gesicht.

500 Sitzplätze soll die Halle an der Albert-Hahn-Straße erhalten und wird Duisburg Großenbaum wohl nachhaltig prägen. Wir liefern einen Pressespiegel und setzen uns mit dem Verein „Evangeliumskirche Glaubensgeneration“ kritisch auseinander.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung: WAZ

Statt einer Kirche wird ein Medienzentrum gebaut

„In der Bezirksvertretung verlangte die SPD jetzt Aufklärung über den überraschenden Wandel des Projekts an der Albert-Hahn-Straße in Großenbaum…“

Duisburg Süd, 24.07.2008, Text: Martin Kleinwächter; Foto: Jürgen Metzendorf

Sekten haben im Süden wenig Chancen

„So schätzt jedenfalls Gerhard Haack, der Sektenbeauftragte im Kirchenkreis Duisburg, die Situation ein.“

Duisburg Süd, 10.02.2008, Von Andreas Rüdig

Auf die Innenstadt fixiert

„Erika Bunke thematisierte eine überraschende Baugenehmigung zugunsten der „Glaubensgeneration“ an der Albert-Hahn-Straße (wir berichteten), nachdem ein erster Vorstoß der Stadtverwaltung zurückgezogen worden war. Dazu erklärte Bezirksvertreter Dietmar Eliaß: „Wir Bezirksvertreter werden ausgetrickst: So etwas gab es in dieser Stadt bisher nicht.““

Duisburg Süd, 14.01.2008, Von Martin Kleinwächter

Das Hallen-Wunder

„Die Evangeliumskirche „Glaubensgeneration“ zieht ins Telekom-Gebäude an der Albert-Hahn-Straße in Großenbaum. Dort soll eine Halle mit 500 Plätzen entstehen. Bei der Suche nach einem Kreditgeber soll das Gebet helfen…“

Duisburg Süd, 26.11.2007, Von Martin Ahlers

Westdeutscher Rundfunk: WDR

„Calvary Chapel“ und „Christenzentrum“: Vielfalt am Rande

„[…] die neue „Glaubensgeneration“ mit Sitz in Duisburg: Sie missioniert stark unter Spätaussiedlern, Russlanddeutschen, versucht auch gezielt jüdische Aussiedler zu gewinnen. „Die greifen mit klaren Anweisungen in das Privatleben ein.“ Allesamt Gruppen mit strengen Glaubensgrundsätzen, einer straffen Struktur und wenig Interesse an der Ökumene.“

Christentum, 28.09.2007, Von Marion Kretz-Mangold

Sächsische Zeitung

Radebergerin geht im Westen Kirche gucken

„“Die Evangeliumskirche „Glaubensgeneration“ basiert auf den Grundlagen des christlichen Glaubens und ist somit keine Sekte“, versichert Alexander Epp, Pastor der Evangeliumskirche.“ […] „Aber trotz allem, auch wenn es stellenweise doch recht interessant war, nach zweieinhalb Stunden Gottesdienst, Predigt und Gesängen, die dank des Kopfhörers noch das Gefühl einer Gehirnwäsche verstärkten, war ich recht froh, mein Seelenheil für diesen Sonntag gefunden zu haben und die Kirche verlassen zu können“.

Junge Szene Rödertal, 10.02.2005,  Josefine Lamm

Wie weit die Glaubensgeneration aus Duisburg-Süd in Machenschaften mit anderen Sekten verstrickt ist, lässt sich wohl kaum sagen. Ein Kommentar des so genannten „Heilungsfestival“ in der Oberhausener Arena ist auf Maschiach.de abrufbar. Nun stellt sich heraus, dass die Glaubensgemeinschaft sogar die riesigen Plakatwände für die Seoler Kirche bestellt hatte. Bei dem Vermieter Ströer gab sie jedoch den Namen „Evangelische Glaubensgeneration Veranstaltungen“ an, was den Eindruck vermittelt, hier wäre eine evangelische Kirche der Veranstalter gewesen. Nicht ganz ungeschickt, wenn man die gegen die Gemeinschaft gerichteten Vorwürfe in Erwägung zieht. Gedruckt wurden die „Mega-Light“ Plakate bei der Ellerhold AG.

Kommentar zu dem WAZ-Artikel Sekten haben im Süden wenig Chancen, vom 10.02.2008

Gerhard Haack ist Diplom-Pädagoge, Pfarrer und Synodalbeauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen des Kirchenkreises Duisburg. Für die am 10.02.2008 erschiene WAZ Ausgabe durfte auch er sich zu der, so wörtlich „umstrittene Evangeliumskirche Glaubensgeneration“ äußern. Diese baut laut der WAZ eine „Halle für multimedial gestaltete Gottesdienste“.

Nachdem der Bau eines Gebäudes an der Albert-Hahn Straße offenbar nicht mehr aufzuhalten ist, vertraut man nun auf die Vernunft und Nüchternheit der Duisburg-Süd Einwohner. „Die glauben eher an den MSV und Schalke 04.“, so der Sektenbeauftragte.

Zum vollständigen Kommentar auf Maschiach.de