Israelische Marineeinheiten haben heute am frühen Morgen sechs Schiffe abgefangen, die versuchten die Seeblockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen. Dies geschah nach zahlreichen Warnungen Israels und der israelischen Marine vor der Aktion. Die israelische Marine rief die Schiffe dazu auf, ihren Kurs in Richtung Ashdod zu ändern, wo sie ihre Hilfsladungen entladen könnten, die dann nach Sicherheitsprüfungen über Land weiter transportiert werden würden.

Während des Abfangens der Schiffe griffen die Demonstranten an Bord die Einsatzkräfte der israelischen Marine mit scharfer Munition und Waffen wie Messern und Knüppeln an. Eines der benutzten Gewehre war zuvor einem israelischen Soldaten entrissen worden. Die Demonstranten hatten ihre Waffen ganz klar für diesen bestimmten Zweck bereitgehalten. Infolge dieser lebensbedrohlichen und gewalttätigen Handlungen setzten die Marinetruppen Mittel zur Krawallzerstreuung ein, einschließlich scharfer Munition.

Laut ersten Berichten resultierten die Vorgänge im Tod von mehr als zehn Demonstranten und zahlreichen Verletzten; außerdem wurden mehr als vier Marinesoldaten verletzt, von Schusswaffen und verschiedenen anderen Waffen. Zwei der Soldaten sind mittelschwer verletzt, die übrigen trugen leichte Verletzungen davon. Alle Verwundeten, Israelis und Ausländer, werden derzeit per Hubschrauber in israelische Krankenhäuser gebracht.

Israelische Truppen vor Ort berichteten, dass einige der Beteiligten an Bord der Schiffe offensichtlich planten, die Soldaten zu lynchen. Die Vorgänge auf See dauern an, und die Informationen werden sobald wie möglich aktualisiert. Israels Marinekommandant, Vizeadmiral Eliezer Marom, überwacht die Vorgänge.

In den nächsten Stunden werden die Schiffe in den Hafen von Ashdod umgeleitet werden, wo israelische Marineeinheiten Sicherheitschecks durchführen werden, um die Passagiere der Schiffe und ihre Ladung zu überprüfen. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) teilen mit, dass dieser Vorgang zur Stunde vonstatten geht und weitere Details so bald wie möglich bekannt gegeben werden.

Diese Operation der israelischen Marine wurde auf Befehl der politischen Führung hin durchgeführt, um die Flottille vom Erreichen des Gaza-Streifens und der Brechung der Seeblockade abzuhalten. Das Abfangen der Flottille folgte auf unzählige Warnungen, die den Organisatoren übermittelt worden waren, bevor die Flottille in See stach und Kurs auf den Gaza-Streifen nahm. Bei diesen Warnungen wurde den Organisatoren klargemacht, dass sie den Hafen von Ashdod anlaufen und dort ihre Ladung löschen könnten, um sie nach Sicherheitschecks auf geregelte Weise in den Gaza-Streifen zu überführen. Nachdem sie sich geweigert hatten, zu kooperieren und den Hafen anzusteuern, wurde beschlossen, ihre Schiffe zu entern und nach Ashdod zu leiten.

Die Einsatzkräfte der israelischen Marine wurden mit schwerer Gewalt konfrontiert, einschließlich des Einsatzes von Waffen, die zuvor bereitgehalten worden waren, um sie anzugreifen und zu verletzen. Die Soldaten haben unter Einhaltung der operationellen Befehle gehandelt und alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um Gewalt zu verhindern, aber vergeblich.
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David Polonsky spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über die Ethik in der Kunst und den Drahtseilakt an der Grenze zum moralisch vertretbaren. Bekannt geworden ist der Künstler mit dem Animationsfilm „Waltz With Bashir“, einem Film der die Erlebnisse israelischer Soldaten im Libanon-Konflikt und den Einfluss auf die israelische Gesellschaft nachzeichnet und dabei eindrucksvolle Bilder zeigt.

Doch Polonsky ist mehr als ein Comic-Zeichner, seine Bilder beweisen dies auf eine manchmal beklemmende Art und Weise. Seine Webseite verrät mehr über den Mann hinter „Waltz With Bashir“.

Israels Militär kämpft einen fairen Kampf, auch wenn Deutsche Medien bedauerlicherweise immer wieder den kleinen Staat als aggressiv und als bis an die Zähne bewaffnet darstellen. Die Militärpräsenz ist ohne Frage enorm, doch das Verhältnis der Bevölkerung zu den Soldaten ist überaus positiv. Das Gegenteil stellt das Verhältnis der Deutschen zu „ihren“ Soldaten dar.

Ein Deutscher Soldat bedeutet Gefahr, steht gerade als Symbol für Militarismus und Krieg. Ein Israelischer Soldat bedeutet für die israelische Bevölkerung vor allem eines: Sicherheit. Ein grundsätzlicher Unterschied.

Ein Grund für die positive Haltung zu dem eigenen Militär ist neben den reinen Sicherheitsaspekten vor allem die Tatsache, dass Israel eine echte Volksarmee hat. Während sich in Deutschland immer weniger Akademiker für den Wehrdienst entscheiden, stoßen immer mehr Menschen aus sozialschwachen Schichten in die Reihen der Bundeswehr. Daran können auch die beiden Bundeswehruniversitäten in Hamburg und München nichts ändern. Ohnehin werden dort keine Geisteswissenschaften, sondern technische Fächer gelehrt, was die Anstalten nicht unbedingt attraktiv erscheinen lässt. Einberufene hoffen zumeist ausgemustert zu werden, schieben Krankheiten vor oder geben als Grund für ihre Untauglichkeit auch schon einmal Drogenkonsum an. Viele werden entweder erst gar nicht eingezogen oder sind dermaßen für den Dienst ungeeignet, dass sie zurückgestellt und dann vergessen werden.

So verbleibt ein guter Teil der wehrfähigen Männer orientierungslos und muss sich erst selbst finden, was Jahre dauern kann. Arbeitslosigkeit und sinnloses Herumhängen sind oftmals die Folgen. Viele tauglich Gemusterte verweigern den „Dienst an der Waffe“ und hoffen auf eine Stelle in einer sozialen Einrichtung. In einer überalterten Gesellschaft ist das nicht unwichtig, doch für das Leben lernen sie dort nur in den seltensten Fällen. Dies wird dadurch auch noch gefördert, dass die „Zivis“ mehr Geld erhalten, als den kargen Sol der Grundwehrdienstleistenden. So entsteht eine Kluft gegen „die da oben“ und „denen da unten“. Eine klassenlose Gesellschaft sieht anders aus.

In Israel hingegen muss das ganze Volk in die Armee eintreten, Männer und Frauen dienen bis zu 36 Monate im Tzahal, kämpfen gegen einen gemeinsamen Feind und agieren als Team, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Sich vor der Wehrpflicht zu drücken trauen sich nur wenige, nicht nur aus naheliegenden Gründen, sondern auch deshalb, weil das Militär eine echte Zukunftsperspektive bietet. Man lern dort nicht nur Disziplin und Teamgeist, sondern auch attraktive technische und geisteswissenschaftliche Fertigkeiten.

Für die Wirtschaft sind junge Soldaten, die ihren Dienst quittieren eine bevorzugte Zielgruppe. Hochmotiviert, selbstständig und zielsicher sind sie gute Arbeitnehmer und geschickte Führungskräfte. Nicht selten haben Arbeitgeber selbst in der Armee gedient und kennen die Bedingungen unter denen die Soldaten ihren Dienst ableisten mussten gut. Daraus können wertvolle Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der Bewerber geschlossen werden.

So verschmelzen in der IDF Menschen verschiedener Nationen und Kinder unterschiedlichster Kontinente zu einem Ganzen. Äthiopische Juden kämpfen an der Seite russischer Einwanderer und Drusen in Einheiten mit religiösen, sowie säkularen Juden.

Da man unter Brüdern kämpft und lebt, gibt es nur selten aggressives und gewalttätiges Verhalten in den Reihen der Rekruten, was durchaus auch aus dem Westen und vor allem aus den ehemaligen Staaten der Sowjetunion zu hören ist.

Soldaten erzählen, dass Befehlshabende immer damit rechnen müssen, dass besorgte „Jüdische Mames“ sich bei ihnen melden und sich über den Umgang mit ihrem Söhnen aufregen. Da auch der Befehlshabende eine jüdische Mame hat und seine Kinder ebenfalls in der Armee dienen werden, überlegt er sich sein Verhalten gegenüber den Soldaten zweimal. Unnötige Härte ist hier unangebracht, auch deshalb weil sich alle Beteiligten der Situation bewusst sind.

Während man in Deutschland also vor allem die militärische Präsenz wahrnimmt, blickt der Israeli in die Seele des Militärs, da er selbst mit ihm Verbunden ist. Entweder durch eigene Erfahrungen oder durch seine Angehörigen.
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