Für das Regime des Iran genießen Frauen einen ganz besonderen Schutz, verschleiert in der Verfassung werden der Frau alle Menschenrechte gewehrt, doch dies allein nach islamischen Maßstäben. So werden Frauen schnell auf den Boden des patriarchalischen Systems zurückgeholt.

Die Sorge um die Rechte, das Wohlergehen und die Sicherheit von Frauen ist überwältigend. Nichts dergleichen existierte in der früheren Verfassung, in der Frauen überhaupt nicht erwähnt wurden. Das Problem ist, dass jeder einzelne oben aufgeführte Punkt dazu dient, die Frauen wieder in das patriarchalische System zurückzuführen, aus dem sie während der Jahrzehnte zuvor allmählich ausgebrochen waren. Der Trick dabei ist natürlich der Halbsatz „gemäß islamischen Kriterien“. Quelle: Frauenrechte sind Menschenrechte, Tagesspiegel

Erschienen im Tagesspiegel vom 14.09.2008 von Mahnaz Afkhami, Gründerin und Präsidentin von Women’s Learning Partnership for Rights, Development and Peace.

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Mohammed Amin al-Husseini (arabisch محمد أمين الحسيني‎, DMG Muḥammad AmÄn al-ḤussainÄ; vermutlich 1893 in Jerusalem; † 4. Juli 1974 in Beirut), auch Haj/Hajj Amin al-Husseini, war ein islamischer Geistlicher und palästinensischer arabischer Nationalist aus einer der einflussreichsten Familien Jerusalems. Er wurde bekannt als Großmufti von Jerusalem, obwohl er diesen Titel nicht offiziell besaß. Sein wichtigstes Amt neben dem des „Muftis von Jerusalem“ war die „Präsidentschaft des obersten islamischen Rats“.

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Nach judenfeindlichen Ausschreitungen am 4. April 1920, bei denen fünf Juden im jüdischen Viertel Jerusalems getötet und 234 verletzt wurden, verurteilte die britische Militärgerichtsbarkeit eine beträchtliche Anzahl Araber und Juden zu langen Gefängnisstrafen. al-Husseini wurde, da er nach Syrien geflohen war, in Abwesenheit zu zehn Jahren verurteilt – unter dem Vorwurf, die Aufstände angeheizt zu haben. Er musste jedoch keinen einzigen Tag dieser Strafe absitzen.

1921 wurde die britische Militärverwaltung Palästinas durch eine Zivilverwaltung abgelöst. Der erste Hochkommissar Herbert Louis Samuel hob das Urteil gegen al-Husseini auf und ernannte ihn zum Mufti von Jerusalem, eine Stellung, die die al-Husseini-Familie seit mehr als einem Jahrhundert innehatte. Im folgenden Jahr ernannte Samuel ihn zum Präsidenten des neugebildeten obersten islamischen Rates, der die islamischen Gerichte und Schulen kontrollierte und einen großen Anteil der Gelder aus religiösen Stiftungen verwaltete.

Dieses Ernennungsverfahren war im Einklang mit der osmanischen Tradition. Damals ernannten die islamischen Geistlichen drei Kandidaten und der weltliche Herrscher, der Kalif, ernannte einen der drei zum Mufti. Nachdem die Briten Palästina übernahmen, war der weltliche Herrscher der Hochkommissar. Das führte zu der außergewöhnlichen Situation, dass ein Jude, Herbert Samuel, den Mufti bestimmte. Der Unterschied bestand nur darin, dass fünf statt drei Kandidaten nominiert wurden. Es wird angenommen, dass die Briten bei dem nun folgenden Streit zwischen dem Naschaschibi- und Husseini-Clan ihr feinjustiertes System des Divide et impera praktizierten.

Im Jahr 1929 entflammten erneut judenfeindliche Gewalttätigkeiten, die nur durch das Einschreiten der britischen Polizei gestoppt werden konnten. Vor der Untersuchungskommission von Sir Walter Shaw bezog sich al-Husseini auf die Protokolle der Weisen von Zion, um eine jüdische Verschwörung in Palästina zu beweisen und bezeichnete das House of Commons als „nichts anderes als ein Rat der Weisen von Zion“.

al-Husseini wurde nach einem schweren Zusammenstoß mit den Naschaschibis zum Führer der palästinensisch-arabischen Bewegung. Die Naschaschibis, die andere vornehme Familie Jerusalems, waren moderater und anpassungsbereiter als die streng antibritischen Husseinis. Während des größten Teils der britischen Mandatszeit schwächte der Streit zwischen diesen beiden Familien die arabische Sache ernsthaft. 1936 gelangten sie zu einer gewissen Eintracht, als alle palästinensischen Gruppen sich zusammenschlossen, um ein ständiges Exekutiv-Organ, das arabische Hochkomitee, unter al-Husseinis Vorsitz zu bilden. Das Komitee rief zum Generalstreik, Steuerstreik und zur Schließung der Kommunalverwaltungen auf und verlangte das Ende der jüdischen Einwanderung, ein Verbot des Landverkaufs an Juden und nationale Unabhängigkeit. Der Generalstreik mündete in den arabischen Aufstand gegen die britische Autorität, der von 1936 bis 1939 dauerte. al-Husseini war der oberste Organisator des Aufstands. Daraufhin setzten die Briten al-Husseini als Präsident des obersten islamischen Rates ab und verboten das arabische Hochkomitee in Palästina. Im Oktober 1937 floh al-Husseini in den Libanon, wo er das Komitee unter seiner Führung wieder aufbaute. al-Husseini behielt die Unterstützung der meisten palästinensischen Araber und nutzte diese Macht, die Naschaschabis zu bestrafen.

Der Aufstand nötigte Großbritannien 1939 zu substantiellen Zugeständnissen an die Araber. Die Briten gaben die Idee auf, Palästina als jüdischen Staat zu etablieren und begrenzten die jüdische Einwanderung für die nächsten fünf Jahre auf insgesamt 75.000. Danach sollte die Einwanderung vom arabischen Einverständnis abhängig gemacht werden. al-Husseini fand jedoch die Konzessionen nicht weitgehend genug und lehnte die neue Politik ab.

al-Husseini floh 1941 infolge des gescheiterten deutschfreundlichen Putsches im Irak als Frau verkleidet nach Deutschland, wo er in Oybin als persönlicher Gast Adolf Hitlers residierte. In Europa knüpfte er enge Kontakte zu bosnischen und albanischen Moslemführern. Er traf Joachim von Ribbentrop und wurde offiziell von Hitler am 28. November 1941 in Berlin empfangen. Nazi-Deutschland richtete dem „Großmufti von Jerusalem“ ein Büro in Berlin ein, in dem ihm großzügige Geldmittel sowie ein umfangreicher Mitarbeiterstab zur Verfügung standen. Hier organisierte er Radiopropaganda für Deutschland, Spionage und Zersetzung in den islamischen Regionen Europas und des Nahen Ostens. Nach dem Sieg der Alliierten bei el-Alamein rief er zum Dschihad gegen die Juden: „Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine Brüder im Islam! Tötet die Juden! Tötet sie alle!“
Al-Husseini am 19. Dezember 1942 im Gespräch mit islamischen Freiwilligen im Haus der Flieger.

Dieter Wisliceny, der Stellvertreter Adolf Eichmanns, äußerte bereits 1944 die Überzeugung, dass der Mufti eine bedeutende Rolle bei der Ermordung der europäischen Juden spielte. Husseini habe mehreren Nazigrößen, unter ihnen Hitler, Ribbentrop und Himmler, ihre Ausrottung empfohlen. Als einer der besten Freunde Eichmanns soll der Mufti, nach Wisliceny, der dieses auch in den Nürnberger Prozessen wiederholte, sogar das KZ Auschwitz-Birkenau besucht und die dortigen Gaskammern besichtigt haben. Für Husseini habe die „Endlösung“ die Lösung der Probleme in Palästina dargestellt.

Husseini war offenbar genau über die Geschehnisse in Polen informiert. In einer Radiosendung aus Berlin am 21. September 1944 sagte er: „Ist es nicht in eurer Macht, oh Araber, die Juden abzuwehren, die nicht mehr als elf Millionen zählen?“ Es war zu dieser Zeit allgemein bekannt, dass es vor 1939 etwa 17 Millionen Juden in der Welt gab.

1943 verhinderte al-Husseini die Freilassung von 5.000 jüdischen Kindern, die auf Initiative des Roten Kreuzes gegen 20.000 gefangene Deutsche ausgetauscht werden sollten. Durch seine persönliche Intervention bei Himmler erreichte er, dass die Kinder stattdessen in deutsche Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden. Der Mufti drängte immer wieder auf den strikten Vollzug des Völkermordes an den Juden, unter anderem, indem er Ribbentrop gegenüber die Wichtigkeit der „Lösung des Weltjudenproblems“ beschwor.

Ab 1943 war al-Husseini mit der Organisation und Ausbildung von bosnisch-islamischen Wehrmachtseinheiten und Waffen-SS-Divisionen befasst. Die größte war die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1) (auch „Handzar“; 21.065 Mann), die ab Februar 1944 Operationen gegen kommunistische Partisanen auf dem Balkan durchführte. Sie war für eine Reihe von Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung verantwortlich. Die 23. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Kama“ (3.793 Mann) erreichte nicht die operative Stärke einer Division und wurde nach fünf Monaten aufgelöst; ihre Angehörigen wurden auf andere Einheiten verteilt. Weitere Einheiten waren ein Moslem-SS-Selbstverteidigungsregiment im Sandschak, das sogenannte Arabische Freiheitskorps, die Arabische Brigade sowie ein ostmuselmanisches SS-Regiment.

Am 28. Juni 1944 versuchte das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, das unter der Führung des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg stand, weitere Staaten für sich gegen einen internationalen Kampf gegen Juden zu gewinnen, indem es für einen geplanten „antijüdischen Kongress“ in Krakau auch eine Einladung an Mohammed Amin al-Husseini verschickte. Das Projekt wurde einen Monat später endgültig aufgegeben.