Eine Seite zu beitreiben, die mit einigen Mythen aufräumt kann ein langwieriges Unterfangen sein. Leserbriefe, seien sie nun positiv oder negativ, motivieren einen weiter zu machen und nicht aufzugeben. Heute erhielt ich folgenden Leserbrief von einer Jeschua-Gläubigen Frau:

[…] beim Versuch mich übers Judentum zu informieren stieß ich auch auf Ihre Seite und u.a. die Rubrik mit der Rückweisung der christlichen Beweistexte. Eine Überprüfung dieser Texte hat mich geschockt, denn ich bin Christin und Sie scheinen Recht zu haben mit diesen Texten. Ich will also weiter prüfen und möchte Sie fragen, was Sie denn gewöhnlich als Antwort erhalten, wenn Sie diese Stellen anführen. Ich frage mich natürlich auch, warum ich das vorher nie bemerkt habe, aber wahrscheinlich habe ich zu flüchtig über die Frage Stammbaum hinweggelesen.

Ich schrieb ihr sofort zurück und beantwortete ihre Fragen. Allein, dass sie begonnen hat ihren Glauben zu hinterfragen, ist schon Lohn genug. Einige Texe über Jesus und das Christentum aus jüdischer Sicht, gibt es wie immer auf maschiach.de: Der Messias des Judentums, Die Antwort auf den dringenden Bedarf, Die Besessenheit Juden zu bekehren, „Hebräische Christen“, Rückweisung von christlichen „Beweistexten“, Praktische Lösungen zum Kult und Missionsproblem, Judenmission in Israel

Eine ausdrückliche Nennung des Begriffs „Messias“, in der Bedeutung einer eschatologischen Rettergestalt, findet sich nirgendwo in der Tora, den ersten fünf Büchern, des so genannten (AT) Alten Testament. Vielmehr wird dieser Begriff ausschließlich immer auf Personen angewandt. Genannt werden die Könige in Israel, sechsmal der Hohepriester sowie einmal der persische König Kyros II. (Jesaja 45,1) – und zwar stets in „syntaktisch charakteristischer Construktus-Verbindung mit „Jahwe” bzw. mit diesbezüglichem Suffix”

Rabbi Ginsberg erklärt die Sache noch einmal:

Die jüdische Sicht auf den Messias des Judentums ist ebenfalls auf Maschiach.de zusammengefasst worden.

Die verschiedenen christlichen Kirchen, die alle von sich behaupten, die Wahrheit zu besitzen, unterscheiden sich häufig in ihrem Verständnis von der Natur Jesu. Was sagt das sogenannte Neue Testament über ihn?

1. Glaubt mir, daß ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen! Jh 14,11

Hier ist Jesus eine von zwei gleichrangigen Personen, die zusammen eine „zwei in eins“ Gottheit darstellen, zu der das orthodoxe Christentum noch den hl. Geist als dritte Person in der Dreieinigkeit hinzufügt. Vater und Sohn sind einer im anderen und dennoch zwei separate Personen. Ein wahrhaft großes Geheimnis!

2. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; Kol 2,9

Das bedeutet in klar ausgedrückt, dass der eine Schöpfer des Himmels und der Erde als Mensch kam, um unter Menschen zu wandeln. Keine Dreieinigkeit, keine Zweieinigkeit! Ein Gott im Fleisch! Jesus.

3. Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus „war“, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Phil 2,5-6

Hier heißt es: Jesus war nicht Gott, sondern ihm gleich. Zwei Gottheiten, gleich und in ähnlicher Gestalt, Gott und Jesus.

4. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich. Jh 14,28

Hier wiederum erfahren wir, dass Gott und Jesus nicht gleich sind, der Vater ist größer als er.

5. Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Jh 17,3.

Jetzt heißt es, dass der Vater der einzig wahre Gott ist und Jesus nur sein Gesandter war.

6. Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ Lk 4,8

Hier spricht Jesus zu Satan, als dieser ihm Macht über die Reiche dieser Welt anbietet und sagt, dass er, Jesus, niemand anderen anbeten kann als JHWH, wie das Gesetz es befiehlt.

7. Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Mt 27,46

Hier sehen wir Jesus in seiner Qual am römischen Kreuz, verlassen von Gott. Eine interessante Parallele dazu finden wir in Hes 28,1-10

6 darum, so spricht der Herr, HERR: Weil du dein Herz erhebst, als wäre es Gottes Herz,

7 darum, siehe, ich bringe Fremde über dich, die gewalttätigsten Nationen, die werden ihre Schwerter ziehen gegen die Schönheit deiner Weisheit und werden deinen Glanz entweihen.

8 In die Grube werden sie dich hinabfahren lassen, und du wirst den Tod eines Erschlagenen sterben im Herzen der Meere.

9 Wirst du dann angesichts deiner Mörder auch noch sagen: „Gott bin ich!“, während du „doch nur“ ein Mensch bist und nicht Gott, in der Hand derer, die dich durchbohren?

10 Den Tod von Unbeschnittenen wirst du sterben durch die Hand der Fremden; denn ich habe geredet, spricht der Herr, HERR.

Verwirrung, schlimme Verwirrung! Die Autoren des NT, die zu unterschiedlichen Zeiten für verschiedene Gruppierungen mit unterschiedlichen Hintergründen schrieben, stellten Jesus dar als einen menschgewordenen Gott für die heidnischen Völker (s. griechische Mytologie), als einen davidischen Messias für die Juden, als einen sterbenden und auferweckten Gottmenschen für die Anhänger der gnostischen Mysterienkulte.

Read More →