Jüdisch, jetzt und hier (SR)
Ein Film von Andreas Lueg

„[…]In der Berliner Synagoge Sukkat Shalom – ursprünglich eine Mehrzweckbaracke der US-Army – ist das Provisorium Programm: Man teilt sich den Raum mit anderen Konfessionen und lässt jeden Freitagabend „Schabbat neu entstehen“. An der Lichtigfeldschule in Frankfurt am Main setzen jüdische und nichtjüdische Schüler sich im Projektunterricht mit Israels Armee auseinander – während israelische Fachkräfte in der Schulküche für das streng koschere Mensa-Menü sorgen. […]“

[youtube mA0uvMBBnWU]

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Wie die NRZ berichtet gibt es für die islamistischen Böllerwerfer und Volksverhetzer nun sechs Strafanzeigen. Eine Person wurde bereits im Verlauf der Demonstration festgenommen.

„Sechs Strafanzeigen und eine Festnahme: Das ist die Bilanz der Anti-Israel-Demonstration vom vergangenen Samstag in Hochfeld. Wie die Polizei mitteilte, war im Verlauf des Demonstrationszugs eine Person wegen Volksverhetzung vorläufig festgenommen worden. Aus dem gleichen Grund sei gegen fünf weitere Demonstranten Strafanzeige erstattet worden. Ein anderer Kundgebungsteilnehmer wird eine Strafanzeige wegen eines gefährlichen Feuerwerkwurfs erhalten.“

Einige Eindrücke der anti-israelischen, ja antisemitischen Demonstration gibt es auf Youtube zu sehen:


Bilder die nachdenklich machen, angesichts der deutschen Vergangenheit. Man will nicht glauben, dass sich die obigen Bilder in Deutschland, einem demokratischen Staat und Freund Israels abspielen.

Die nächste Pro-Israel Demonstration findet in Bochum statt.

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Als die 90jährige Rosa Masur mit ihrem 67jährigen Sohn und Schwiegertochter aus der gerade zerfallenen Sowjetunion als Kontingentflüchtling zu ihrem Enkel in eine süddeutsche Kleinstadt zieht, sind die Erwartungen hoch. Wohlstand, Freiheit, Rechtssicherheit und Kontakte zum ehemaligen Feind und jetzigen Freund sind die Versprechungen der neuen Heimat Deutschland. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus: Bei einem Stadtausflug wird die alte Dame mit Fremdenfeindlichkeit gegenüber einem afrikanischen Studenten konfrontiert.

Der Wohlstand besteht in einer winzigen Wohnung für drei Personen, das Grundsicherungsgeld reicht kaum für den Lebensunterhalt und die Kontakte zu Deutschen beschränken sich wegen der mangelnden Sprachkenntnisse auf unpersönliche Redewendungen. Auch der Enkel, dessentwegen sie auch alle gekommen sind, hat kaum Zeit, denn seine neue deutsche Arbeitsstelle und seine Familie fordern ihn ganz. Da ist es kein Wunder, dass die alte Dame noch einmal über ihr ganzes Leben in Russland nachdenkt. Um ihrem immer kränkelnden Sohn die ersehnte Fahrt nach Südfrankreich ermöglichen zu können, beteiligt sich Rosa an einem Schreibwettbewerb zum Thema der Emigration, den die kleine Stadt zu einem Stadtjubiläum veranstaltet. Durch ihr ganzes Leben ziehen sich die Erfahrungen von Benachteiligung und Verfolgung als Juden. Aus ihrem kleinen Dorf flüchtet sie schon als junge Frau vor den Pogromen der Kosaken. In der Kriegszeit kümmert sie sich um die Evakuierung von Kindern aus dem von den deutschen Truppen eingekesselten Leningrad und erntet auch dafür nur Undank. Als ihr hochbegabter Sohn aufgrund von Quoten für Juden auf keiner Hochschule aufgenommen wird, kämpft sie um seine seelische Gesundheit. Aber trotz aller Schwierigkeiten verliert sie nie den Lebensmut, stets von ihrer liebsten Freundin unterstützt.

In einer lebendigen und realistischen Darstellung versteht es der Autor Vladimir Vertlib, ein langes Leben in die dramatische Geschichte Russlands einzufügen. Kein Geschichtsbuch kann die Ereignisse des 20. Jahrhunderts so spannend und bewegend in ihren Auswirkungen auf die jüdische Bevölkerung darstellen. Dennoch bleiben Liebe, Freundschaft und Vertrauen in jedem Leben das Fundament für eine gute Zukunft.

Vladimir Vertlib wurde in St. Petersburg geboren und hat sich nach verschiedenen Zwischenstationen in den USA und Israel in Österreich/Salzburg niedergelassen. Er schreibt seine Romane und Erzählungen in deutscher Sprache. Seine Hauptthemen sind Emigration, jüdische Identität, Selbstbewusstsein und die dafür notwendige Aufarbeitung der Geschichte Seine Sprache ist lebendig, realistisch und hat die Qualität der großen Erzähler des 19. und 20. Jahrhunderts. Weitere Titel sind: „Zwischenstationen“ und „Mein erster Mörder“.
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