Eine Seite zu beitreiben, die mit einigen Mythen aufräumt kann ein langwieriges Unterfangen sein. Leserbriefe, seien sie nun positiv oder negativ, motivieren einen weiter zu machen und nicht aufzugeben. Heute erhielt ich folgenden Leserbrief von einer Jeschua-Gläubigen Frau:

[…] beim Versuch mich übers Judentum zu informieren stieß ich auch auf Ihre Seite und u.a. die Rubrik mit der Rückweisung der christlichen Beweistexte. Eine Überprüfung dieser Texte hat mich geschockt, denn ich bin Christin und Sie scheinen Recht zu haben mit diesen Texten. Ich will also weiter prüfen und möchte Sie fragen, was Sie denn gewöhnlich als Antwort erhalten, wenn Sie diese Stellen anführen. Ich frage mich natürlich auch, warum ich das vorher nie bemerkt habe, aber wahrscheinlich habe ich zu flüchtig über die Frage Stammbaum hinweggelesen.

Ich schrieb ihr sofort zurück und beantwortete ihre Fragen. Allein, dass sie begonnen hat ihren Glauben zu hinterfragen, ist schon Lohn genug. Einige Texe über Jesus und das Christentum aus jüdischer Sicht, gibt es wie immer auf maschiach.de: Der Messias des Judentums, Die Antwort auf den dringenden Bedarf, Die Besessenheit Juden zu bekehren, „Hebräische Christen“, Rückweisung von christlichen „Beweistexten“, Praktische Lösungen zum Kult und Missionsproblem, Judenmission in Israel

Adrian Michael ist Rabbinerstudent am Potsdamer Abraham Geiger Kolleg. Er ist derzeit in seinem zweiten Ausbildungsjahr. Die Ausbildung beinhaltet neben den praktischen Aspekten des Berufes (u.a. Seelsorge, Liturgie, Quellenstudien, Chasanut) ein akademisches Studium an der Universität Potsdam. Hier studiert er zurzeit Jüdische Studien und Religionswissenschaften.

Adrian geht sehr offen mit seinem Judentum um, er ist, wie auch die anderen Studentinnen und Studenten des Geiger Kollegs jederzeit ansprechbar für Fragen zum Judentum und aktiver Partner im jüdisch-christlichen Dialog. Aber es gibt für ihn auch Grenzen im aufeinander Zugehen, vor allem dann, wenn seine eigene Identität als Jude in Frage gestellt, oder abgewertet werden soll. Von einem solchen Fall berichtete er kürzlich in seinem Webblog (http://adi5767.wordpress.com). Er zeigt erneut, wie ignorant Messianisten bei ihren Missionsversuchen vorgehen:

Nun erlebt man ja schon mal das eine oder andere, wenn man als erkennbarer Jude auf Deutschlands Straßen unterwegs ist und klar ist auch, das einem ab und an mal der Puls fast davon rennt, aber doch kommt es immer mal wieder vor, dass einem eine Begegnung den Atem verschlägt und man sich fragt, ob man noch im richtigen film ist.

So bringt mein Campus-Leben in der Uni-Potsdam die einen oder anderen fragenden blicke mit sich, mehr oder weniger dumme oder kluge fragen zum Judentum, Diskussionen um Kippa in der Öffentlichkeit oder nicht und auch mal “schräge” sonstige Ereignisse, aber Höhepunkt meines letzten Semesters in diesem sinne war der versuch zweier älterer Herren mich davon zu überzeugen, das ich nur unzureichend an G’tt glauben würde, wenn ich nicht an Jesus glauben würde.

Aufgefallen sind mir die beiden schon eher, aber bisher haben sie mich nicht weiter interessiert, weil ich mir dachte, dass hier halt zwei als Gaststudenten studieren, die einen starken christlichen glauben haben, aber trotzdem etwas über ihre “jüdischen wurzeln” in ihrem glauben erfahren wollten. in diesem Semester aber legten sie sich richtig ins zeug. im Grunde erhielt jeder, der erkennbar, oder weniger erkennbar jüdisch ist ihre Schriften in die Hand gedrückt und wurde von ihnen ins Gespräch verwickelt. für meinen russischsprachigen Kommilitonen holten sie sich russischsprachige Unterstützung, für unseren amerikanischen Gastprofessor gab es Broschüren auf englisch und Diskussionen in der Vorlesung (”wie können Juden G’ttes Wort ablehnen und behaupten, dass die Tora nicht im Himmel ist”) und für mich eben die Attacke zwischen Tür und Angel von eben jenen beiden, gleich von zwei Seiten aus – ich saß sozusagen in der Missionsfalle.

Meine Ablehnung ihrer Schriften wurde mit Unverständnis aufgenommen, ich würde schließlich die Chance, meinen Horizont zu erweitern, ablehnen. meine zunächst freundliche Erwiderung, ich würde ihren glauben als einen weg respektieren, so mögen sie doch bitte meinen glauben respektieren, wurde von ihnen wiederum lächelnd ignoriert, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als eher unfreundlich, mich zwischen beiden durchquetschend die flucht anzutreten. übrig blieb ein genervtes Gefühl.

Grundsätzlich bin ich jemand, der offen und positiv mit seinem glauben umgeht, in der Regel verstecke ich mein Jüdischsein nicht. wenn man mich fragt, gebe ich bereitwillig Auskunft. aber eines ist mir völlig fremd, ich versuche nicht andere von meinem glauben zu überzeugen, erst recht nicht, wenn sie erkennbar einen eigen glauben haben, in dem sie sich sichtbar zuhause fühlen. und genau das ist der punkt, den diese beiden Herren überschritten haben. ich habe sie nicht gefragt, also sollen sie ihre frohe Botschaft bitte für sich behalten. die Universität ist nicht ihre Kirche, in der sie mich anquatschen dürfen.

Mein erleben ist im vergleich zu anderen Geschichten sicher noch harmlos und bedarf keiner weiteren Aufregung, jedoch verweise ich auf Schilderungen die deutlich machen, dass Judenmission bei genauer Beobachtung keine harmlose Geschichte ist. nachzulesen auf auf der Website http://www.solutix.de/

Pastor Epp liebt mich mit „der Liebe Jesu Christi“ und da er das, was ich über seinen Verein schreibe sehr persönlich nimmt, lässt er eine schöne Gegenseite ins Netz stellen. Der Style der Seite ist selbstverständlich an meinen angelehnt und auch der Titel strotzt nicht gerade vor Kreativität „Glaubensgeneration Aufklärung“, so heißt das neuste Werk der Evangelikalen aus Duisburg. Hauptthema ist selbstverständlich, dass sein Verein keine Sekte ist und um dies zu untermauern, stellt die Gemeinde, die sich selbst schon mit Jesu im Himmel regierend sieht Zertifikate ins Netz.

Zunächst einmal präsentiert sich Alexandr Arturovich Epp mit seinem Pastor-Schein, ausgestellt von einer in Deutschland gänzlich unbekannten Organisation mit dem Namen „Association of Christians Churches – Union of Christians“.

Auf der Rückseite des Scheins die Legitimation: „Alexander Epp is Licensed and is a member in good standing with the Association of Christian Churches and authorized to preach the Gospel of the LORD JESUS CHRIST while maintaining a godly a spiritural standards of teaching”, was so viel heißt wie: Alexander Epp darf das Evangelium predigen und ist Mitglied einer christlichen Organisation.

Damit meint die Evangeliumskirche die Ehre ihres Pastors wieder hergestellt zu haben, jetzt geht es um die Ehre des Vereins. Auch hier ein Zertifikat in russischer Sprache, ausgestellt am 20.11.2006, was also in gleichen Zeitraum fällt wie die Erstellung der Seite.

Was ist es also für ein Verein, der es Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft, einem deutschen Wohnsitz und einem im Deutschland liegenden Tätigkeitsfeld, als Pastoren zu bestätigen und ihre Kirchen in ihren Verein einzugliedern. Ein Blick auf die Internetseite des Verbandes genügt. Demnach ist der Verband nicht gerade wählerisch, die Gründer schreiben „„Союз христиан“ с первых же дней своего существования демонстрировал открытость и активность. Он был открыт для всех региональных церквей России, желавших вступить в него.“ (Die Vereinigung der Christen demonstrierte von Anbeginn seiner Existenz Offenheit. Sie war für alle regionalen Kirchen Russlands offen, die in diesen eintreten wollten). Weiter heißt es auf der Webseite, dass sie zwar ausländischen Kirchen offen gegenüber stehen, jedoch ist in den Zielen des Verbandes keine Rede von einem Engagement im Ausland. Im Gegenteil, der Verband spricht sich speziell für Kirchen in Russland aus: Координация работы евангельских церквей России (Koordinierung der Arbeit evangelikaler Kirchen Russlands).

Auf der Webseite fehlt jeder Spur von Pastor Epp und seiner Evangeliumskirche Glaubensgeneration, sie sind dort nicht verzeichnet, sie publizieren dort nicht, werden nicht erwähnt. Von einer Kirche, die sich selbst als die größte russischsprachige Kirche Deutschlands bezeichnet und Deutschland schon bald in einen Gottesstaat verwandeln will, sollte doch wenigstens eine kleine Spur zu finden sein. Die Spur des Pastors und seinen 300 Mitgliedern, war dort jedenfalls nicht.

Kein Wunder, der Verband hat genug Probleme im eigenen Land, auf der einen Seite sind es die orthodoxen Kirchen, die ihn als illegitime Konkurrenz sehen. Auf der anderen Seite ist es die Politik, die ihm immer mehr Privilegien abspricht und seine Arbeit immer weiter zum Erliegen bringt. Nicht zu letzt kann sich der Verein nicht aus eigenen Mitteln finanzieren und erhält sein Geld aus dem westlichen Ausland. Für Deutschland hat der Verein sicherlich keine Relevanz, die Zertifikate sind gut gemeint, doch leider und das wird jeder Sachverständige bestätigen können, nicht das Papier wert, auf dem Sie gedruckt sind.

Da die Macher der Seite diesen Nonsense selbst nicht recht glauben wollen, schieben sie auf einer anderen Unterseite noch einen nach und behaupten die Glaubensgeneration „steht unter der Rechtweisung des BGG in Stuttgard (eine der größten Pfingstgemeinden in ganz Deutschland)“. Abgesehen davon, dass die BGG genauso wenig befugt ist irgendwelche Pastoren auszubilden oder Gesetze zu erlassen (dies soll ja die Formulierung wohl andeuten). Wird diese einfache, aber recht große Gemeinde von Medien und Weltanschauungsbeauftragten kritisiert. Der SWR berichtete im Rahmen seiner dreiteiligen Serie „Engel, Teufel, Hexen“ in der Folge „Teufel – Rückkehr der Exorzisten“ kritisch über die Gemeinde und bezeichnet einige Praktiken des Vereins als „Rückfall ins finstere Mittelalter“.

Einige Textpassagen widmen die Macher, aber auch ihren Gegnern und lassen es sich nicht nehmen den „Verfasser aller negativen Seiten“ als Juden hinzustellen, der sogar Mitglied und Mitbegründer einer jüdischen Gemeinde ist. Diese wiederum soll angeblich von Synagogen nicht anerkannt worden sein und so die Anspielung, keine Existenzberechtigung haben. Da der Schuldige nun ermittelt ist, kann es mit der Verleumdungskampagne weiter gehen. Auf einer weiteren Unterseite wird behauptet, dass Roman Gorbachov Gehirnwäschen durchführt, Leute belügt, sie beleidigt und ihre Menschenwürde nicht achtet, obwohl doch in diese Kirche „Gelehrte, Lehrer, Professoren und andere sehr gebildete Leute“ gehen. Der Jude ist an allem Schuld und ist gekommen, um christliche Kinder zu zerfleischen. Das ist der Tenor der Seite, die sich selbst als „Die Wahrheit“ bezeichnet. Man kreiert sich ein Feindbild und bedient sich dabei antisemitischer und antijudaistischer Ressentiments.

Ein Gruß von mir, an die Gelehrten und die Professoren der Gemeinde. Deutschlehrer waren da wohl nicht dabei.

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Diese Grafiken stehen jedem zur Verfügung, der gegen die Missionierung von Juden durch Christen eintritt. Das Logo zeigt das durchgestrichene Symbol der Urchristen, einer Verbindung aus zwei wichtigen jüdischen und einem heidenchristlichen Symbol. Heute symbolisiert es die so genannte „Messianische Bewegung“, die von christlich-fundamentalistischen Kreisen maßgeblich getragen wird. Durch die Anbringung dieses Logos zeigt man, dass man sich von der Vorstellung distanziert Juden zum Christentum bekehren zu müssen und erteilt eine Absage an missionarische Organisationen, ohne sich jedoch gegen das Christentum, als eigenständige Religion, auszusprechen.


Folgender HTML-Code lässt sich in Ihre Webseite oder Blog einbinden und verweist auf das „Handbuch gegen Mission“ von Benzion Kravitz bzw. Solutix.de.

Verweis auf das „Handbuch gegen Mission“:

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Jews for Jesus

From Wikipedia, the free encyclopedia

Jews for Jesus is a Christian [1] evangelical organization based in San Francisco, California, whose goal is to convince Jews that Jesus is the Messiah and God. Viewing its followers as „living out their Jewishness,“ [2] Jews for Jesus defines „Jewish“ in terms of parentage and as a birthright, regardless of religious belief.[3] Identification of Jews for Jesus as „Jewish“ is overwhelmingly rejected by Jewish religious denominations,[4][5] secular groups[6][7] and the State of Israel[8] due to the Christian beliefs of its members. The group’s proselytizing activities are opposed also by some Christian organizations and scholars.[9][10] Read More →