Ein etwas spezieller Fall sind gemischte Musiksammlungen. Unter gemischten Sammlungen sind Interpreten und Alben zu verstehen, die nichtlateinische Zeichen enthalten und entsprechend dargestellt und sortiert werden müssen. Den Fall vorausgesetzt, es werden für alle Musikstücke Unicode-Zeichen verwendet, erscheinen bspw. russische Interpreten immer am Ende einer Liste, die daneben nur amerikanische Interpreten enthält.

Die Unicode-Tabelle fängt nämlich mit lateinischen Zeichen an, erst danach kommen Zeichen für Russisch, Hebräisch, Japanisch etc.

Begibt man sich also zu den Interpreten die mit dem Laut „S“ beginnen, so findet man dort nur amerikanische Bands vor. Das Duo С.К.А.Й. (gesprochen wie das englische „Sky“) steht hingegeben weit abgeschlagen unten in der Liste.

Um die Sortierung zu beeinflussen lässt sich ein besonderes Tag in der Mp3-Datei verwenden: ARTISTSORT. In iTunes ist es über den Reiter „Sortierung“ zu finden. In Mp3tag ist es unter „Erweiterte Tags…“ zugänglich. Wir tragen dort also lediglich eine englische Umschrift ein und speichern das Album.

Russische-Mp3-richtig-einsortieren

ARTIST – С.К.А.Й.
ARTISTSORT – S.K.A.Y.

In Mp3tag wäre es außerdem möglich per „Aktion“ eine automatische Umwandlung der Zeichen in lateinische Zeichen zu konfigurieren und dann auf ein Feld anzuwenden. Dazu müsste ggf. der Inhalt von ARTIST nach ARTISTSORT kopiert und die Aktion auf „ARTISTSORT“ angewendet werden.

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DDT-iTunes_vor_Konvertierung

Moderne Betriebssysteme und Programme gehen spielend mit unterschiedlichen Sprachen und ihren jeweiligen Zeichensätzen um. Das war nicht immer so, denn noch vor wenigen Jahren waren Betriebssysteme auf eine einzige „Codepage“ eingestellt. Eine Codepage war notwendig, weil alle Zeichen die ein System darstellen konnte im Grunde innerhalb einer 16×16 großen Tabelle standen. Der Anfang dieser Tabelle war für den amerikanischen Zeichensatz (ASCII) reserviert, der Rest konnte frei belegt werden. Daraus ist für den westeuropäischen Raum die Codepage Windows-1252 hervorgegangen, für russische Systeme gab es die Codepage Windows-1251, für hebräische Windows 1255 und so weiter.

Versuchte man nun ein russisches Programm oder einen russischen Text auf einem deutschen Windows zu öffnen, dann wandte Windows seine eigene Codepage (Windows-1252) an und der Anwender las nur eine Abfolge von wirren Sonderzeichen. Denn dort wo der Programmierer eigentlich russische Zeichen (mit Windows-1251) eingab befanden sich in der westeuropäischen Codepage schlicht Sonderzeichen oder anders gesagt, jedes für den Menschen lesbare Zeichen stellt sich für den Computer als eine Abfolge von 1 und 0 dar und der Computer sieht ein Muster, dass für ihn einem ihm bekannten Buchstaben entspricht, nur der Mensch kann damit nicht viel Anfangen.

So wird aus dem bekannten Musiker Alexandr Rozenbaum unter einem deutschen Windows:

   Àëåêñàíäð Ðîçåíáàóì

Während eigentlich das gemeint war:

   Александр Розенбаум

Um diesem Problem zu begegnen wurde vor einigen Jahren verstärkt auf Unicode gesetzt. Die bekanntesten Vertreter sind UTF-8 und UTF-16, was ist nun Unicode? Eigentlich nichts anderes als eine noch größere Tabelle in der jedem erdenklichen Zeichen ein Bit-Muster zugeordnet ist. Damit überschneiden sich Muster nicht mehr und zwei unterschiedliche Sprachzeichen können nebeneinander dargestellt werden. Aber was macht man, wenn man seine Lieder in das Unicode-Universum herüberretten will? Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Microsoft bietet ein Programm mit dem Namen AppLocale an. Damit lassen sich einzelne Programme mit einem vom Betriebssystem abweichenden Codepage starten. Dann sind die Lieder wieder lesbar und das Nicht-Unicode Programm läuft wie gehabt.

Doch es gibt einfachere Möglichkeiten. Für taggen von Mp3-Dateien existiert das Tool „Mp3tag“, welches es erlaubt Zeichen zu manipulieren. Ich habe mir hierzu unter „Aktionen“ für einzelne Mp3-Tags Konvertierungsregeln angelegt. Dort gebe ich jeweils einzeln an, dass von Windows-1251 konvertiert wird. Mp3tag schreibt dann alles mit UTF-16 in die Musik-Datei. Natürlich lassen sich alle Felder auch in eine einzige Aktion packen, doch existiert bspw. der Album-Name schon in Unicode, so würde Mp3tag diesen Wert wiederum als Windows-1251 lesen und den Albumnamen in unlesbare Sonderzeichen konvertieren. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht.

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Derzeit bin ich sehr viel im „Audiophilen Internet“ unterwegs und wühle mich durch Blogs und Foren von Musik-Enthusiasten. Einige Aussagen stoßen mir, als eher faktenorientierten Menschen, übel auf. Oft driften durchaus interessante Fragen durch Halb- und Unwissen in den esoterische Bereich ab.

Deswegen zwei kleine und durchaus leicht nachvollziehbare Experimente aus meiner Apple-Umgebung:
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Google Play bietet heute ein “anstößiges Album” vom Rap-Opa Busta Rhymes an und verlangt dafür keinen müden Cent. Ich wurde schwach und finde Performance gab nicht so schlecht.

busta-rhymes-year-of-the-dr

Google Play erlaubt es bis zu 20 000 Musikstücke online abzulegen und über den Browser oder Android-Smartphones abzuspielen. Eine entsprechende App integriert die Online-Inhalte in die eigene Musik-Sammlung.

Für den Download wird eine amerikanische IP-Adresse benötigt.