Auch im Osten Deutschlands gibt es jetzt die ersten Solidaritäts-Demos für Israel. Am Sonntag, dem 18. Januar findet um 14 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus in Chemnitz eine Pro Israel-Kundgebung statt. Alle Christen, Israelfreunde und demokratisch gesinnten Bürger sind aufgerufen daran teilzunehmen, um gegen den Terror der Hamas und für das Selbstverteidigungsrecht Israels zu demonstrieren. Die Teilnehmer werden gebeten, Israel-Fahnen und Transparente mitzubringen.

Die Geschehnisse in Gaza, die militärische Auseinandersetzung und die heftigen Proteste seitens der in Europa lebenden Muslime haben uns, den aus Osteuropa eingewanderten Juden eines deutlich vor Augen geführt: Wir sind nicht sicher hier. Auch hier nicht.

Obwohl in der deutschen Presse immer wieder betont wird, dass sämtliche Demonstrationen „äußerst friedlich“ verliefen ist für uns die Botschaft klar. Brennende Israel-Fahnen, gehisste Hamas-Flaggen, „Tod-Israel Rufe“, ein aufgebrachter Mob sind Vorzeichen, die in Deutschland niemand richtig deuten mag, der aber trotzdem eine deutliche Sprache spricht.

Palästinenser demonstrieren in Düsseldorf, Quelle: DerWesten.de

Palästinensische Araber demonstrieren in Düsseldorf, Quelle: DerWesten.de

In Deutschland standen 500 Polizisten 4 000 Demonstranten gegenüber. Die einzig festgenommenen waren vier so genannte „Anti-Deutsche“, die Provoziert haben sollen. Die anderen durften unter dem Schutz der Polizei weiter marschieren und ihre Hasserfüllten Parolen skandieren. In Berlin riefen Demonstranten dazu auf alle Juden zu töten. Auch hier schritt die Polizei nicht ein. Die Meute wurde durch arabisch sprechende Anführer weiter angeheizt, niemand konnte sie also verstehen und wollte es wohl auch nicht.

Palästinensische Araber und Islamisten haben es dieser Tage geschafft, auch die als eher moderat geltenden Türken zu mobilisieren. So waren auch türkische Fahnen während der Demonstrationen gut sichtbar. Daneben sah man immer wieder auch Hisbollah Banner und mit Palästinensertüchern vermummte Jugendliche, sowie als Selbstmordattentäter verkleidete Kinder.

Natürlich muss es in einer Demokratie erlaubt sein auf sein Anliegen öffentlich aufmerksam zu machen und selbstverständlich haben alle Volksgruppen das Recht gegen Israel zu demonstrieren. Das zeigen von Zeichen verbotener Organisationen, wie es die Hamas in Deutschland bspw. ist oder Aufstachelung zum Hass gehört nicht zu den demokratischen Rechten eines jeden einzelnen.

Das Thema Gaza-Konflikt haben auch die gelangweilten deutschen Medien dankend aufgegriffen. Kaum ein Sender verzichtet auf ständige Berichterstattung aus dem Gaza-Streifen. Ein Ort, der kaum größer als Sylt ist wird zum Interessensbrennpunkt der ganzen Welt hochstilisiert. Fast im Minutentakt sind neue Analysen auf den Seiten der deutschen Presse zu lesen. Auch die Spartenkanäle des ARD bringen einen Ticker, der den Zuschauer ständig über die Lage in Palästina auf den Laufenden hält. Es ist kaum möglich dem zu entkommen.

Bemerkenswert ist auch, dass kaum ein Demonstrant und sogar viele Reporter und ausgewiesene Experten über den Konflikt Bescheid zu wissen scheinen. Ein Professor und ehemaliger Leiter des Orient-Instituts durfte in der Tagesschau Israel als Aggressor bezeichnen. Nahezu die gesamten Medien berichteten davon, dass Israel den Konflikt wegen der Sperrung von Gaza selbst zu vertreten habe. Eine eklatante Verdrehung der Fakten!

Als selbst die Kanzlerin dazu aufrief Ursache und Wirkung nicht mit einander zu verwechseln überreichte man ihr symbolisch eine Tasse mit palästinensischem Kinderblut.

Auf israelische Städte hageln Raketen nieder, zerstören Häuser und Existenzen während man auf deutschen Straßen Juden in alter Manier für die Verbrechen der Welt verantwortlich macht. 100 000 Menschen haben sich diesen teils klar antisemitischen Demonstrationen in Europa angeschlossen. Zur gleichen Zeit sind wir, die wir im sicheren Deutschland leben gezwungen Kontakt mit unseren unter Beschuss stehenden Verwandten in Israel zu halten. Sie berichten uns, wie sie auf dem Weg zur Arbeit Schutz vor Qassam-Raketen suchen müssen. Wie sie in Schutzbunkern schlafen und wie verängstigt ihre Kinder und Enkelkinder sind.

Wie lange wird es dauern, bis der Mob Juden nicht mehr nur in Israel nach dem Leben trachtet, sondern auch hier in Deutschland? Immer wieder äußern Demonstranten überall auf der Welt den Wunsch auch jüdische Einrichtungen „aufzusuchen“. Jüdische Einrichtungen die ohnehin von der Polizei bewacht werden müssen. Erst vor wenigen Jahren planten Islamisten Anschläge auf die jüdischen Gemeinden Berlin und Düsseldorf.

Was hier nicht klappte, das hat in Mumbai funktioniert. Pakistanische Terroristen brachten Rabbi Gaviel und seine schwangere Ehefrau Rivkah Holtzberg bestialisch um, nachdem sie sie als Juden identifizierten und von anderen Geiseln trennten. Fast täglich werden jüdische Menschen in Deutschland bedroht, diese Drohungen erinnern uns als die dunkelsten Zeiten der deutschen Vergangenheit. Proteste der Medien sind kaum zu vernehmen.

Auch dass in Mumbai Juden gezielt ermordet worden sind, war nur im Nebensatz zu erfahren, falls überhaupt. Die Vertreter der „Religion des Friedens“, des Islams, haben es damals nicht für Nötig gehalten für Frieden zu demonstrieren. Für die jüdischen Opfer von Mumbai ging niemand auf die Straßen. Weder in Düsseldorf, noch in Paris.

Doch jetzt, nachdem die Hamas die Waffenruhe mit Israel gebrochen hat, das Land seit Monaten mit Raketen überzieht und Israel reagieren muss, sind Rufe nach Frieden zu vernehmen. Doch sie richten sich nicht an Terroristen von Hamas und ihre Unterstützer, sondern an Israel und die westliche Welt.

Ein unerträglicher Konflikt, der uns Juden weitere Frage aufwirft. Misst der Westen mit zweierlei Maß? Entspricht es tatsächlich dem westlichen Gerechtigkeitsempfinden, wenn der Kofferbomber von Köln zu Recht, zu lebenslanger Haft verurteilt wird, nachdem sein Plan wegen handwerklicher Fehler nicht aufging, dutzende Menschen in die Luft zu sprengen. Gleichzeitig aber Verständnis für den hundertfachen Terror der Hamas gegen die Menschen in Israel gezeigt, als notwendig oder als wenig effizient bezeichnet wird?

SPIEGEL Online beklagt israelische Zensur und zeigt offen seine Qualitäten. Ulrike Putz schreibt aus Jerusalem unter dem Titel „Frontberichte aus zweiter Hand“, dass Israel den Zugang zum Gazastreifen blockiert und eine „Operation Public Relation“ betreibt. Auf mehreren Seiten geht das Gejammer weiter, mal wird angedeutet Israel wolle keine Verifizierung seiner Angaben zulassen, mal wird darüber gejammert, dass man sich auf arabische Medien und ihre Büros in den Autonomiegebieten verlassen müsse.

Dass die Hamas, die Hisbollah und andere Terrororganisationen die Presse seit Jahren nachweislich an der Nase herumführen ist ihr nur einen einzigen Satz wert.

So bleibt sie dem Leser die Antwort schuldig, warum keine große westliche Agentur es geschafft hat eigene Büros in den Palästinensergebieten zu eröffnen und Reporter auszubilden. Auch scheint sie es nicht für nötig zu halten die ägyptische Regierung aufzufordern Reporter an ihrer Grenze nach Gaza zu lassen. Vielleicht wäre das aber schlicht zu gefährlich.

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11 000 Palästinenser sitzen derzeit in israelischen Gefängnissen. 198, für die dortigen Verhältnisse, „moderate“ Gefangene wurden bereits im August entlassen, um die Position der Fatah zu stärken. Nun sollen zum muslimischen Opferfest am 08. Dezember weitere 250 Insassen freigelassen werden.

Nach Angaben der israelischen Regierung werden sie ins Westjordanland entlassen. Westjordanland ist derzeit von heftigen Unruhen durch die militante (oder sagen wir besser, noch militantere) Hamas geprägt. Während der Gaza-Streifen vollständig durch die Gotteskrieger annektiert worden ist.

Im Westjordanland leben etwa 400 000 Juden neben 1,5 – 2,3 Millionen Arabern.