Bereits zum Start von StudiVZ, einer Studenten-Community kam es zu den ersten Zwischenfällen. Rassisten und Antisemiten nutzten die Plattform um ihre menschenverachtenden Thesen in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.

Schon damals, als der Ansturm noch überschaubar schien wurde auf Verstöße nur zögerlich reagiert. Eine Initiative, die solche Machenschaften anprangerte ging als „StudiVZ Watch“ an den Start. In ihre Fußstapfen tritt nun das Blog „sVZwatch„.

Über ihre Motive schreiben die Macher:

„Entsetzt von den im StudiVZ und SchülerVZ grassierenden antisemitischen, rassistischen und menschenfeindlichen Äußerungen haben besorgte Menschen sich zusammen getan und beschlossen sVZwatch zu gründen. Sie taten dies mit der Annahme, dass, wenn diese Taten mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden, diese schneller bekämpft werden. Denn dieses ist zum Zeitpunkt der Gründung leider sehr selten der Fall; auf gemeldete Straftaten wird nicht ausreichend schnell reagiert.“

Und sie rufen gleichzeitig zum Mitmachen auf:

„Du hast eine Entdeckung im studiVZ oder schuelerVZ gemacht, die dir sauer aufstößt? Melde sie uns, schreibe an: svzwatch@gmail.com

Auch ich wünsche den Machern viel Erfolg und hoffe auf ein einsichtiges StudiVZ-Team, welches schneller und effektiver durchgreift.

…dann kommt das Netzwerk zu dir! So geschehen mit Facebook, von dem es in Deutschland so manch eine Kopie gab. Nun kommt Facebook mit einer lokalisierten Oberfläche zu uns. Das Original bleibt vorläufig unerreichbar und Chajm hat mich an mein Profil dort erinnert. Im Vergleich zum StudiVZ ist Facebook natürlich richtig klasse, doch mein bisher einziger Freund dort, bleibt Chajm :(

Auf meinem iPod sieht Chajms Profil, dank optimiertem Interface, ganz cool und aufgeräumt aus. Mit der „echten“ Oberfläche macht das surfen dank Ajax aber auch Spaß.

Chaj bei Facebook

Ich hoffe jetzt einfach mal, dass ich hier keine all zu persönlichen Daten preisgebe.

Um für ihren Glauben zu werben gründen messianische Juden immer mehr Gruppen im StudiVZ. Neben der Gruppe „Messianische Juden„, die von Pavel Krasnikov geleitet wird, entstand vor einigen Monaten auch die Gruppe der „Wahren Messianischen Juden“. Letztere wird meist nicht von Juden, sondern von Russlanddeutschen besucht und wurde auch von diesen gegründet. Dahinter verbergen sich Mitglieder der „Jeschua Ha Maschiach Gemeinde zu Hannover“.

Während das Gruppenleben bei den „Wahren Messianischen Juden“, durch etwas reden zum Stillstand gebracht werde konnte, wird der Ton bei den weniger „wahren“ immer härter. Über veraltete Klischees die besagen, dass Jesus von den Juden umgebracht worden ist und Härteres ist alles vertreten. Johanna Meister (Hochschule Darmstadt) behauptet sogar, die Juden wären ein „Greul“ für Gott gewesen.

Damit schlägt sie ins gleiche Horn, wie der Gruppengründer Pavel Krasnikov. Der Gründer erklärt, dass er wegen seiner Abstammung in seiner jüdischen Gemeinde nicht von allen gern gesehen wird, der junge Mann hat nämlich nur einen jüdischen Vater und ist somit halachisch kein Jude. Für ihn stellt dies kein Problem dar, denn seiner Ansicht nach ist nämlich nur der Jude, der an Jesus glaubt. Andere Juden können in den Augen Gottes keine Vergebung erlangen und landen unweigerlich in der Hölle, sollten sie Jesus nicht als ihren Erlöser annehmen. Der dreieinige Gott, der als Jesus auf die Erde gekommen ist, wird schon bald wieder zurück kommen und die Seinigen erhöhen, glaubt er. In der Gruppenbeschreibung stellt er fest „[Das ewige Leben] erhalten wir allein aus Glauben und nicht weil wir etwas Gutes getan haben“. Ein Gedanke, der ihm sicherlich aus seiner „Bibel Baptisten Gemeinde Nürnberg“ bekannt ist.

Wer die Psyche der Judenmission und das Selbstverständnis der Missionare verstehen will, der sollte unbedingt einen Blick in die Gruppe werfen und sich auf einen Schmelztiegel von Obskuritäten einstellen.

Seitdem ich vor einiger Zeit aus dem StudiVZ berichtet habe und dabei Menschen zitiert hatte, werde ich regelmäßig von einigen besonders hartnäckigen Exemplaren angeschrieben und um die Löschung ihrer Zitate oder Namen gebeten. In einigen Fällen kam ich dieser Bitte auch nach. Bei Menschen allerdings, die Diktatoren und Mörder unterstützen oder verherrlichen, reagiere ich meist nicht. Ich bin und war stets der Meinung, dass in einer offenen Gesellschaft über alles Diskutiert werden darf, solange die Würde des anderen nicht angetastet wird. Wir leben in einem Land, dass eine Reihe von Gesetzen und Bestimmungen erlassen hat, um Streitigkeiten beizulegen und die Würde jedes einzelnen zu schützen. Dabei bleibt mir bewusst, dass ich mich im Internet im öffentlichen Raum befinde und einen Teil meiner Privatsphäre aufgebe. So werden an anderer Stelle einige meiner Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen, entstellt und ich scharf kritisiert. Dieses Verhalten dulde ich, da ich weiß dass in einer Demokratie Redefreiheit, das Zitierrecht und andere Reglementarien gelten, die letztendlich zu einer friedlicheren Gesellschaft und zu mehr Freiheit, für die Bürger dieses Landes führen.

Die allermeisten von mir zitierten Personen haben das Konzept der Pressefreiheit und einer freien Berichterstattung begriffen, andere führen ihre Persönlichkeitsrechte an, um sich keiner Kritik zu unterwerfen. Sie alle mögen zur Kenntnis nehmen, dass ich in keinster Weise gegen geltendes Recht verstoße. Wer im öffentlichen Raum, in einem Forum oder in einem Gästebuch unter seinem vollständigen Namen, mit seinem Foto, seiner Telefonnummer oder seiner Universität an Diskussionen teilnimmt, der muss sich Kritik gefallen lassen und hinnehmen, dass auf seine Aussagen Bezug genommen wird. Erst kürzlich hat sich auch ein Gericht zu einem ähnlichen Fall geäußert:

Nach einem Urteil des Landgerichts Berlin vom 25. Oktober 2007 stellt eine Berichterstattung in einem Internetforum, die zur Erkennbarkeit der benannten Person führt, einen rechtswidrigen Eingriff in dessen allgemeines Persönlichkeitsrecht dar. Ein solches Verhalten kann allerdings dem Urteil zufolge dann zulässig sein, wenn der Betroffene durch sein eigenes Verhalten, etwa durch Veröffentlichung seines Namens und von Privatbildern, aus der Anonymität herausgetreten sei.

und weiter

Der Schutz der Privatsphäre vor öffentlicher Kenntnisnahme entfalle aber, wenn sich jemand selbst damit einverstanden zeigt, dass bestimmte, gewöhnlich als privat geltende Angelegenheiten öffentlich gemacht werden, etwa indem er Exklusivverträge über die Berichterstattung aus seiner Privatsphäre abschließt. Er könne sich dann nicht gleichzeitig auf den Privatsphärenschutz berufen. Quelle: Urteil

Es nützt also nichts mir im Januar Chanukkagrüße zu überbringen und mich immer wieder darauf hinzuweisen, dass ich Kommentare freischalten oder Beiträge verändern soll. Also liebe Spinner, lasst mich in Ruhe und denkt über eure Taten nach.